Steuertipps -

Steuertipp Rückstellung für Verpflichtung zur Werkzeugpflege?

Stellt ein Unternehmer für einen Kunden Waren her und muss dafür bestimmte Werkzeuge vorhalten, stellt sich die Frage, ob für die voraussichtlichen Kosten für Wartung und Instandhaltung dieser Werkzeuge eine gewinnmindernde Rückstellung bilanziert werden darf.

In einem Urteilsfall beim Finanzgericht Münster stellte ein Unternehmen für einen Kunden bestimmte Waren her. In diesem Zusammenhang verpflichtete sich das Unternehmen vertraglich dazu, bestimmte Werkzeuge für die Herstellung vorzuhalten und zu warten. Für die damit verbundenen Kosten bilanzierte das Unternehmen eine gewinnmindernde Rückstellung. Das Finanzamt lehnte ab.

Finanzgericht urteilt: Rückstellung zulässig

Das Finanzgericht Münster stellte sich auf die Seite des klagenden Unternehmens. Eine Rückstellung ist selbst dann zulässig, wenn das Werkzeug sich nicht im Eigentum des Kunden befindet, sondern dem Kunden gehört (FG Münster, Urteil v. 25.7.2019, Az. 10 K 902/15 K).

Steuertipp: Leider hat das beim Finanzgericht Münster unterlegene Finanzamt die Revision beim Bundesfinanzhof beantragt. Bis zu einer endgültigen Entscheidung empfiehlt sich in vergleichbaren Fällen folgende Vorgehensweise:

  • Gegen den nachteiligen Steuerbescheid (also gegen die Ablehnung der Rückstellungsbildung) muss Einspruch eingelegt werden.
  • Mit Hinweis auf das Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof (BFH, Az. XI R 21/19) ist ein Ruhen des Einspruchsverfahrens zu beantragen.
  • Dann heißt es abwarten, wie die Münchner Richter entscheiden werden.

Im DHZ Steuerarchiv finden Sie weitere Steuertipps.

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