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Ausbildung im Handwerk Ausbildungszahlen: Rückgang verlangsamt sich

Noch sind die Nachvermittlungsaktionen nicht abgeschlossen. Doch sie zeigen schon Erfolg. Bis Ende September wurden im Handwerk knapp 128.500 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind zwar immer noch weniger als im Vorjahr. Der Abwärtstrend hat sich aber verringert.

Azubis im Handwerk
Im September wurden noch viele Azubis eingestellt und Handwerksbetriebe suchen auch weiterhin Lehrlingen. -

Die Bemühungen vieler Kammern zahlen sich aus: „Der deutliche Abwärtstrend des Vorjahres ist gestoppt“, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer mit Blick auf die jüngste Ausbildungsstatistik. Bis Ende September seien im Handwerk 128.498 Ausbildungsverträge unterzeichnet worden. Ein Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damals waren die Ausbildungszahlen im Vergleich zum Vorjahr noch um 5,0 Prozent zurückgegangen. Im August 2014 verzeichneten die Kammern noch ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Talsohle in Ostdeutschland offenbar erreicht

Wie der ZDH weiter mitteilte, fällt der Trend in Ost- und Westdeutschland dabei etwas unterschiedlich aus. Während in Westdeutschland die abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit einem deutlichen Minus in Hessen und Bremen insgesamt um 1,7 Prozent zurückgingen, fiel der Rückgang in den neuen Bundesländern mit einem Minus von 0,9 Prozent (Vorjahr: 5,9 Prozent) etwas gemäßigter aus. Dabei konnten die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg sogar ein leichter Zuwachs zu verzeichnen, während Thüringen und Brandenburg leichte Minuszahlen und Berlin eine deutlich schlechtere Bilanz aufwies.

Mehr offene Stellen als vor Jahresfrist

Allerdings finden sich mit rund 20.000 offenen Lehrstellen derzeit rund 5000 unbesetzte Ausbildungsplätze mehr in den Lehrstellenbörsen der Kammern als vor Jahresfrist. Viele Betriebe seien auch jetzt noch bereit, einen Lehrling zu übernehmen, heißt es deshalb beim Handwerksverband. Noch immer sei das Angebot in der Nachvermittlung breit. Dabei reiche die Palette von Anlagemechanikern SHK, über Elektroniker, Metallbauer, Maler & Lackierer oder Lebensmittelberufe bis hin zu Gesundheitsberufen wie Augenoptikern. Auf Unverständnis stößt bei vielen Kammern, dass noch immer zu viele Jugendliche in der vollzeitschulischen Maßnahme steckten, obwohl sie schon jetzt für eine duale Ausbildung geeignet wären. bir

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