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Cybersicherheit Routenplaner macht Betriebe fit gegen Hackerangriffe

Viele Handwerker schützen ihren Betrieb zu wenig vor Hackerangriffen. Oft fehlt es an Ressourcen und Know-how. Mit dem "Routenplaner Cybersecurity" soll den Betrieben nun unter die Arme gegriffen werden.

Fachleute werden nicht müde, gebetsmühlenartig die Bedeutung der Digitalisierung für das Handwerk zu betonen. Inzwischen scheint der Megatrend aber auch in der Praxis der Unternehmen angekommen zu sein. So hat jedes dritte Handwerksunternehmen im vergangenen Jahr konkrete Digitalisierungsmaßnahmen umgesetzt. Das zeigen Umfragen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

IT-Sicherheit hemmt Betriebe bei Digitalisierung

Eine wichtige Begleiterscheinung der Digitalisierung wird dabei aber noch oft stiefmütterlich behandelt: Mit dem Thema IT- bzw. ­Cybersicherheit scheinen sich Handwerksunternehmer ungerne zu beschäftigen. So nennen drei Viertel der Betriebe ­Cybersicherheit als eines der Hemmnisse, den Schritt in die Digitalisierung zu wagen. Zudem zeigen die Studien des ZDH, dass nur 37 Prozent der schon digitalisierten Handwerker in die IT-Sicherheit investieren.

"Neben fehlenden Ressourcen bzw. fehlendem digitalen Know-how ist die Verunsicherung in Sachen Cybersicherheit ein entscheidenden Faktor dafür, dass aktuell viele Chancen und Potenziale noch ungenutzt bleiben und Digitalisierungsvorhaben zurückgestellt werden", sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH.

Handwerk in der Allianz für Cybersicherheit

Der Dachverband des Handwerks will das ändern und seine Betriebe für die Wichtigkeit von IT-Sicherheitsmaßnahmen sensibilisieren. Der ZDH hat deshalb eine Partnerschaft mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geschlossen und ist der Allianz für Cybersicherheit beigetreten. Der Initiative gehören aktuell über 3.500 Mitglieder an. Gemeinsames Ziel ist es, die Unternehmen und das ganze Land besser vor den Gefahren von Cyberangriffen zu schützen.

In dem Verbundprojekt werden bundesweit Cybersicherheitstage für das Handwerk veranstaltet. Zudem informieren die Experten der ­Handwerksorganisationen auf einer Roadshow in vielen Städten über das Thema und weisen auf entsprechende Beratungsangebote hin.

Als weitere Maßnahme hat der ZDH gemeinsam mit dem BSI, dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, dem hessischen Digitalministerium und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main nun das "IT-Grundschutzprofil für Handwerksbetriebe" und einen dazugehörigen "Routenplaner Cybersicherheit" vorgestellt.

Verschiedene Routen für Betriebe

Der Routenplaner ist ein Leitfaden für Handwerksunternehmen, der sie Schritt für Schritt bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen im eigenen Betrieb begleitet. Handwerker könnten dabei zwischen verschiedenen "Routen" wählen, in welcher Reihenfolge sie die IT-Sicherheit in die Arbeitsprozesse integrieren. Neben einer betrieblichen Route, die von der Auftragsgewinnung über die Durchführung beim Kunden bis zur Abrechnung reicht, kann das Thema auch räumlich, vom Büro über die Werkstatt bis hin zum Homeoffice angepackt werden.

Der Routenplaner ist allerdings relativ komplex und sollte deshalb nicht vom Handwerker allein umgesetzt werden. Gibt es im eigenen Unternehmen keinen Experten zum Thema IT-Sicherheit, können sich die Betriebe externe Unterstützung holen. Neben den Betriebssicherheitsberatern der Handwerkskammern stehen auch Ansprechpartner beim Kompetenzzentrum Digitales Handwerk zur Verfügung.

Den Leitfaden finden Sie unter zdh.de im Bereich Publikationen.

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