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Steuertipp Richtsatzsammlung 2017: Schätzungsgrundlage des Finanzamts

Die amtliche Richtsatzsammlung ist Datenbasis für Gewinnzuschätzungen. Doch sie bildet nicht immer die Realität ab. So können Sie Steuernachzahlungen entgehen.

Stößt das Finanzamt bei der Prüfung von Betrieben auf Unregelmäßigkeiten und Fehler, kann es passieren, dass Zuschätzungen zum Umsatz und Gewinn und somit Steuernachzahlungen erfolgen. Die Prüfer des Finanzamts halten sich bei ihren Zuschätzungen an die Richtsatzsammlung. Das Bundesfinanzministerium hat aktuell die Richtsatzsammlung 2017 veröffentlicht.

In dieser Richtsatzsammlung sehen Sie nicht nur die Rohgewinnsätze, die für die Umsätze einer bestimmten Branche üblich sein sollten, sondern auch die Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben, wenn mit Lebensmitteln gehandelt wird. Die Richtsatzsammlung 2017 können Sie hier abrufen.>>>

Richtsatzsammlung ist nicht immer maßgeblich

Doch die Richtsatzsammlung muss nicht automatisch den richtigen Gewinn eines Unternehmens widerspiegeln. Mit anderen Worten: Konfrontiert Sie der Prüfer des Finanzamts mit dem erzielbaren Gewinn nach der Richtsatzsammlung und möchte Zuschätzungen vornehmen, können Sie das mit plausiblen Nachweisen und Argumenten abwenden. Abweichungen von den Richtsätzen können sich insbesondere in folgenden Situationen ergeben:

  • Längere Krankheit des Geschäftsinhabers oder wichtiger Mitarbeiter.
  • Preisnachlässe wegen neuer Konkurrenzsituation.
  • Abwanderung des Kundenstamms zu einem Konkurrenten.
  • Umstrukturierung und damit verbunden hohe Investitionskosten.
  • Gründungsphase mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten und Kosten.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv . dhz

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