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Steuer aktuell Resturlaub: Finanzamt muss Rückstellungen anerkennen

Sind Sie Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH und haben wegen Ihres stressigen Berufsalltags seit Jahren keinen Urlaub mehr genommen? Wenn ja, können Sie in der Bilanz eine Gewinn mindernde Rückstellung bilden. Das Finanzamt muss diese akzeptieren.

Sammelt der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH über mehrere Jahre seinen Urlaub an, stuft das Finanzamt die Rückstellung dafür meist als verdeckte Gewinnausschüttung ein. Folge: Die Rückstellung darf den Gewinn nicht mindern und beim Gesellschafter liegen Kapitaleinkünfte vor.

Die Begründung des Finanzamts: Ein fremder Geschäftsführer würde niemals mehrere Jahre auf seinen Urlaubsanspruch verzichten.

Richter des Bundesfinanzhofs in Spendierlaune

Doch die Richter des Bundesfinanzhofs sahen das anders. Bei plausibeln Gründen (Großauftrag über mehrere Jahre, Verhinderung der finanziellen Schieflage, lange Krankheit eines wichtigen Mitarbeiters), darf eine Rückstellung für Jahre lang nicht genommenen Urlaub gebildet werden (Az. I B 28/06).

Tipp: Bilden Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH also eine Gewinn mindernde Rückstellung für Ihren jahrelang angesammelten Resturlaub, halten Sie unbedingt schriftlich die Gründe fest, warum Sie Ihren Urlaub so lange angesammelt haben. So stehen Sie im Zweifel auf der steuerlich sicheren Seite. dhz

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