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Kehren, Schnee fegen, Strom erzeugen Multikon: Rasenmäher mit vielen Talenten

Aufgrund des milden Winters sind die Rasenmäher dieses Jahr früher als sonst in die Saison gestartet. Aber was heißt hier Saison? Ein Handwerksbetrieb aus Großenhain in Sachsen hat den klassischen Rasenmäher für den Einsatz zu jeder Jahreszeit aufgerüstet.

Multikon
Einblick ins Innere: Links werden die Zusatzgeräte angedockt. -

Der Multikon beschränkt sich nicht nur auf das Rasenmähen. Verschiedene Zusatzgeräte verhelfen dem Mäher zu einem deutlich größeren Arbeitsspektrum. Straße kehren, Schnee räumen, Strom erzeugen – alles kein Problem für den Multikon. Auch ein Mähbalken ist im Angebot. Nicht benutzte Zusatzgeräte können auf dem Tool-Rack gelagert und transportiert werden. Es sieht aus wie eine Sackkarre und kann zwei Zusatzgeräte aufnehmen.

Tochterfirma erregt Aufsehen

Geistiger Vater des Multikon ist Konrad Freudemann. Der Geschäftsführer der Firma Metalltechnik Götz Lamm in Großenhain, einem klassischen Zulieferbetrieb im Bereich der CNC-Bearbeitung, kennt die Probleme der Haus- und Grundstücksbesitzer aus eigener Erfahrung. Ein Antriebsgerät mit möglichst vielen Talenten schwebte dem sächsischen Tüftler vor, als er vor einigen Jahren die Idee vom multifunktionalen Rasenmäher ersann.

Rund eine Million Euro sind seither in die Entwicklung geflossen, eine Tochterfirma namens Multikon wurde gegründet, die mit ihren Produkten schon viel Aufsehen erregt hat. Zuletzt gab es den Bayerischen Staatspreis auf der Internationalen Handwerksmesse in München, davor den sächsischen Innovationspreis.

Wertschöpfung in Sachsen

Besonders stolz ist Multikon-Geschäftsführer Mike Freudemann, der Schwiegersohn des Erfinders, darauf, dass der talentierte Rasenmäher nahezu komplett in der Region gefertigt wird. Bis auf den Motor von Briggs & Stratton kommen alle Zulieferteile aus Sachsen und Thüringen. Den Grundkörper liefert die Formgießerei Hoffmann aus Dresden, die Tiefzieh-Kunststoffteile kommen von Lakowa in Wilthen, der Fangkorb von der Polsterei Grünewald aus Großenhain, das Messer von MWS Schneidwerkzeuge aus Schmalkalden. Außerdem gehören mit der Kunstschmiede Magister und Metallbau Taubitz weitere Großenhainer Firmen zu den Zulieferern für den Multikon, der in erster Linie für Hausmeisterdienste und Landschaftsgärtner gedacht ist, aber auch Privatkunden mit großen Grundstücken leisten sich den talentierten Rasenmäher. Das Grundgerät kostet etwa 2.000 Euro.

Herzstück des Multikon ist die patentierte frontseitige Zapfwelle, die die Antriebskraft auf die angedockten Zusatzgeräte überträgt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Rasenmäher ohne Werkzeug zum Schneeräumer umbauen, der bis zu 15 Zentimeter hohen Schnee vom Gehweg fegt. Dabei lässt sich die Laufrichtung der Kehrbürsten so einstellen, dass der Schnee nach rechts oder nach links geworfen werden kann.

Als Kehrmaschine lässt sich der Multikon besonders gut lenken, da die Räder der vorderen Achse des Grundgerätes beim Andocken des Zusatzgerätes angehoben werden. Stattdessen sorgen die kleinen Lenkräder der Kehrmaschine für mehr Wendigkeit. Das ausgeklügelte Zusammenspiel der motorgetriebenen Kehrwalze mit den Tellerbürsten ermöglicht laut Hersteller optimale Kehrergebnisse.

Weitere Zusatzgeräte in Planung

Wer auf seinem Grundstück statt eines akurat geschnittenen Zierrasens lieber Futter für die Haustiere wachsen lassen möchte, wird den Multikon mit ­Mähbalken einsetzen. Und wenn im Garten gesägt oder gebohrt werden soll, ohne ellenlange Elektrokabel zur nächsten Steckdose zu ziehen, liefert der kleine Benzinmotor über den 1,5-kW-Generator in Dauerbetrieb 230 Volt und 6,5 Ampere Laststrom für diverse Elektrowerkzeuge.

Dass die Multikon-Macher ihre Palette an Zusatz­geräten noch längst nicht als vollzählig ansehen, liegt in der Natur der Handwerker. Längst tüfteln die Großenhainer an weiteren Zusatzgeräten, verrät Mike Freudemann. Als Nächstes werden wohl ein Asthäcksler und ein Vertikutierer die Serienreife erreichen.

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