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Steuer aktuell: Betriebsfahrzeuge Privatnutzung eines Werkzeugwagens kann widerlegt werden

Die meisten Prüfer des Finanzamts beharren darauf, dass der Unternehmer sein Betriebsfahrzeug ohne Wenn und Aber auch privat nutzt. Doch diese Vermutung des Finanzamts können Unternehmer widerlegen. Insbesondere dann, wenn der Betriebs-Pkw nicht wirklich dazu geeignet ist, privat genutzt zu werden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Unternehmer sollten sich zur Wehr setzten, wenn es um die unterstellte Privatnutzung eines Fahrzeugs geht, das ausschließlich betrieblich eingesetzt werden kann. Durch ein Urteil beim Finanzgericht Niedersachsen bekommt unsere Auffassung nun Rückendeckung.

In dem Urteilsfall nutzte ein Unternehmer einen Nissan Terrano als Betriebsfahrzeug. Besonderheit: Die Rücksitze waren ausgebaut, die Fenster mit Blech verblendet und es waren Regale mit Werkzeugen im hinteren Teil angebracht.

Pkw muss zur privaten Nutzung geeignet sein

Kaum Platz also, private Einkäufe zu transportieren oder  Geräte für Hobbies einpacken zu können. Aus diesem Grund bestätigten die Richter die bestehende Rechtslage und urteilten, dass solche "Werkstattwagen" bzw. "Werkzeugwagen" nicht zum privaten Gebrauch geeignet sind und dass deshalb die Besteuerung eines Privatanteils ausscheidet (FG Niedersachsen, Urteil v. 13.3.2013, Az. 4 K 302/11).

Tipp: Unterstellt das Finanzamt also eine Privatnutzung und es handelt sich bei dem Fahrzeug um einen solchen Werkzeug- oder Werkstattwagen, verweisen Sie auf dieses Urteil und legen Sie dem Finanzamt Fotos des Fahrzeugs vor, damit er sich selbst ein Bild davon machen kann, ob der Pkw sich eignet, privat verwendet zu werden. dhz

Ausführliche Informationen zum Thema Privatnutzung von Firmenwagen finden Sie auch im DHZ-Themenpaket "Beruflich unterwegs".

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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