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Steuer aktuell Private Pkw-Nutzung: Finanzministerium in Spendierlaune

Befinden sich in Ihrem Handwerksbetrieb mehrere Fahrzeuge und das Finanzamt unterstellt, dass Sie jedes davon privat nutzen, können Sie sich gegen die Besteuerung eines Privatanteils für jedes einzelne Fahrzeug wehren. Möglich macht das ein unternehmerfreundliches Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Für Fahrzeuge, die eigentlich nicht für eine private Nutzung zur Verfügung stehen (Vorführwagen, Werkstattwagen oder Fahrzeuge, die zur Ausübung des Berufs erforderlich sind), müssen Sie nicht zwingend für jedes dieser Fahrzeuge einen Betrag für die private Nutzung versteuern. Rechnen Sie Ihrem Gewinn für das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis einen Privatanteil hinzu, soll das Finanzamt diesem Ansatz aus Vereinfachungsgründen folgen. Werden Fahrzeuge durch Personen, die zu Ihrer Privatsphäre gehören (Ehegatte, Kind), genutzt, müssen Sie dafür den Pkw mit dem nächsthöheren Listenpreis bei Ermittlung des Privatanteils erfassen (BMF, Schreiben v. 15.11.2012, Az. IV C 6 – S 2177/10/10002).

Beispiel:  In Ihrem Handwerksbetrieb befinden sich sieben Fahrzeuge. Zwei davon nutzen Sie und Ihre Ehefrau, die restlichen stehen Ihren Mitarbeitern nur für betriebliche Fahrten zur Verfügung. Versteuern Sie in diesem Fall einen Privatanteil für die beiden Fahrzeuge mit den höchsten Listenpreisen, soll das Finanzamt das nicht beanstanden. Mit anderen Worten: Für die fünf anderen Fahrzeuge müssen Sie keinen Privatanteil versteuern. dhz

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