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Smartphone-Test Samsung Galaxy S4 Das Samsung Galaxy S4 mit den Augen steuern

Mit seinen Galaxy-Modellen hat sich Samsung seit einigen Jahren an der Weltspitze des Smartphone-Markts etabliert. Mit dem Samsung Galaxy S4 will das koreanische Unternehmen nun wieder ein Ausrufezeichen setzen. Doch hat das S4 wirklich mehr zu bieten als sein Vorgänger und kann sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen? Der Test zeigt es.

Galaxy S4
Das Samsung Galaxy S4 will an den Verkaufserfolg des S3 anknüpfen. -
So bewertet die DHZ das Samsung Galaxy S4
positiv negativ
Wertigkeit
Design
Farben und Schärfe
Funktionsumfang
Kamera
Multimedia
Rechenleistung
Akku

Schon die Verpackung des Samsung Galaxy S4 weckt Neugierde? Der Pappkarton ist in einer Holzoptik gestaltet, der wohl eine gewisse Wertigkeit suggerieren soll. Schöner wäre natürlich eine echte Holzschachtel für das mit einer Preisempfehlung von 650 Euro (inzwischen für rund 500 Euro erhältlich) eingeführte Smartphone gewesen. Doch das hätte wohl doch zu sehr die Gewinnmarge des Geräts geschmälert und hätte möglicherweise Umweltaktivisten auf den Plan gerufen.

S4 vorne
© Foto: Samsung

Wichtiger ist aber dann doch der Inhalt des Kartons und der gestaltet sich wie erwartet eher unspektakulär. Neben dem Smartphone finden sich dort In-Ear-Kopfhörer, das Ladegerät mit USB-Anschlusskabel und ein Handbuch.

Größeres Display als das Galaxy S3

Das Galaxy S4 selbst unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum vom Vorgänger S3. Bei genauerem Hinsehen sind dann aber doch ein paar feine Unterschiede festzustellen. So ist der Rahmen des Gehäuses nun etwas kantiger und schmaler geworden. Samsung hat es geschafft, dem Gerät mit fünf Zoll einen größeren Bildschirm als beim S3 (4,8 Zoll) zu verleihen und gleichzeitig die Gesamtgröße des Geräts geringfügig zu reduzieren. Auch die Bautiefe hat mit 7,9 Millimetern noch einmal leicht abgenommen. Mit nur 130 Gramm liegt das S4 angenehm leicht in der Hand und stört auch beim längeren Tragen in der Hosentasche kaum.

Das geringe Gewicht verdankt das S4 dem verwendeten Material. Samsung setzt erneut auf den Werkstoff Polycarbonat und wird sich damit wieder einige Kritik gefallen lassen müssen. Schließlich warten preislich in dieser Liga spielende Geräte wie das HTC One und das iPhone 5 mit Metallelementen auf, die optisch eine höhere Wertigkeit schaffen. Außerdem ist das Samsung mit seiner glatten Plastikrückseite auch noch ziemlich rutschig, so dass einem das Handy schnell aus der Hand fallen kann.

Akku des Galaxy S4 ist austauschbar

S4 hinten
© Foto: Samsung

Doch der Verzicht auf ein Metallgehäuse bietet auch Vorteile. So lässt sich beim S4 der Akku problemlos tauschen und auch eine SD-Karte zur Speicherweiterung kann eingesetzt werden. Auch Verbindungsprobleme im Funknetz, die beim iPhone und dem HTC One teilweise von Nutzern bemängelt wurden, umgeht Samsung auf diese Weise. Zudem gelingt es Samsung mit einem Rahmen in Metalloptik das S4 zumindest etwas schicker als den Vorgänger wirken zu lassen. Trotzdem: Wem es vor allem auf das Äußere ankommt, sollte sich die genannten Konkurrenzmodelle genauer ansehen.

Auftrumpfen konnte die Galaxy-S-Reihe in der Vergangenheit vor allem durch seine technischen Werte. Und deshalb verwundert es nicht, dass auch das S4 hier seine Stärken ausspielen kann.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des S4 bietet keinen Raum für Kritik. Das Gerät wird durch einen Vierkernprozessor angetrieben, der mit 1900 MHz taktet. Verzögerungsfreies Scrollen durch die Menüs lässt sich bei dieser Rechenkraft erwarten und das bestätigt sich auch in der Praxis. Auch aufwendige 3-D-Spiele können das S4 nicht ins Schwitzen bringen.

Beim Stichwort Konnektivität gibt es keine bösen Überraschungen. Den neuen Funkstandard LTE beherrscht das S4 ab Werk.

Schärfer als das iPhone

HTC One
© Foto: HTC

Die Bildschirmdarstellung des S4 bietet Full-HD-Auflösung. Mit 1080 x 1920 Pixel löst das S4 noch besser auf als das Retina Display des aktuellen iPhone. Die bewährte Super-AMOLED-Technologie liefert eine überzeugende Farbdarstellung und liegt etwa auf dem Niveau des beim HTC One eingesetzten Super-LCD-Panels. Trotzdem liegt das HTC One hier leicht vorne, weil weiß im Gegensatz zum S4 nicht leicht gräulich dargestellt wird und sich durch den insgesamt etwas helleren Bildschirm auch in der Sonne mit dem HTC One noch einen Tick besser arbeiten lässt.

Als Betriebssystem nutzt das S4 die neue Version 4.2.2 von Googles Android. Allerdings hübscht Samsung das Design noch mit seiner Touch-Wiz-Oberfläche auf und bietet viele mehr oder weniger nützliche Zusatzfunktionen.

Air Gesture: Steuern ohne zu berühren

Eine berührungslose Steuerungsmöglichkeit mit Gesten nennt sich " Air Gesture". So soll der Nutzer zum Beispiel im Internetbrowser durch Fingerbewegungen navigieren können, die in etwa ein Zentimeter über dem Bildschirm stattfinden. Was in der Theorie gut klingt, erweist sich in der Praxis als schwierig. So passiert es immer wieder, dass man doch versehentlich beim Wischen an den Bildschirm kommt und damit unbeabsichtigt einen ganz anderen Inhalt als gewünscht aufruft.

Ein zweite Steuerungsidee von Samsung trägt den Namen " Smart Scroll". Diese Funktion soll dem Nutzer helfen, ohne Finger durch Textinhalte zu navigieren. Die Frontkamera des S4 zeichnet die Kopfposition des Betrachters auf und nimmt dabei kleinste Veränderungen wahr. Eine Neigung des Kopfes nach oben oder unten wertet das Gerät als Signal, dass der Leser nach unten oder oben in einem Text scrollen möchten und übernimmt dies automatisch.

Noch eines dieser Tools nennt sich " Smart Pause". Wendet ein Nutzer seinen Blick von einem laufenden Video ab, stoppt dieses automatisch. Richtet der Nutzer seinen Blick wieder auf das Video, läuft es nach einer kurzen Denkpause weiter.  

Oder " Air View", eine schon vom Galaxy Note 2 bekannte Funktion. Dabei handelt es sich um eine Vorschaufunktion, die zum Beispiel bei Multimedia-Inhalten und E-Mails genutzt werden kann. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit, etwa eine vergrößerte Ansicht mit einem Auszug aus einer E-Mail zu lesen ohne dafür bereits die Nachricht öffnen zu müssen.

Natürlich soll sich das S4 in der Theorie auch mittels Spracheingabe steuern lassen. So kann per Sprachbefehl zum Beispiel der Auslöser der Kamera automatisch tätig werden oder die Weckfunktion am Morgen gestoppt werden. Allerdings bedarf es einer sehr klaren und vor allem lauten Aussprache, damit es zu keinen Fehlern kommt. Insgesamt hat Samsung viele "Nice-to have"-Funktionen in das S4 eingebaut, die einige Nutzer wohl nicht vermissen würden.

Das Samsung überzeugt mit 13 Megapixel-Kamera

Kaufentscheidender dürften für viele Interessenten die Kamera- und Videoeigenschaften des S4 sein. 13 Megapixel auf dem Datenblatt wirken vielversprechend, die Pixelanzahl allein macht noch keine gute Kamera aus. Doch es zeigt sich, auch in der Praxis sind die Aufnahmen des S4 meistens ein Genuss für ein Handybild und müssen sich nicht vor digitalen Kompaktkameras der unteren Preisklasse verstecken. Gegenüber dem S3 gelingen die Aufnahmen nun auch bei schwachem beziehungsweise künstlichem Lichteinfall wie etwa in geschlossenen Räumen. Bei Dunkelheit kann sich das S4 auf seinen starken LED-Blitz verlassen. Die Bildschärfe überzeugt, Farben wirken allerdings manchmal überzeichnet. Auch bei Sonnenlicht besitzen die Aufnahmen des S4 zumindest bessere Schnappschussqualität. Insgesamt muss sich das S4 in dieser Kategorie nur dem Lumia 920 von Nokia geschlagen geben. Das gilt im Übrigen auch für die Qualität der Videoaufnahmen, die in Full HD aufgezeichnet werden können.

Jede Menge Bildbearbeitungsangebote hat Samsung integriert. Zum Beispiel die Funktion Dual-Camera. Hier ist es möglich, dass sich der Fotograf bei einer Aufnahme mit Hilfe der Frontkamera mit aufzeichnet und das Bild später in das Motiv der Hauptkamera einbindet. Ein weiteres der schier endlos wirkenden Zusatzangebote, die im S4 verbaut sind.

Wie lange hält der Akku des Galaxy S4?

Ein wichtiges Kriterium – gerade für Anwender, die das S4 im Geschäftsalltag nutzen wollen – ist die Akkulaufzeit eines Smartphones. Der verbaute Akku mit 2.600 mAh wirkt mächtig und verhilft dem S4 zu der erhofften Ausdauer. Bei nicht übermäßiger Nutzung muss das S4 nach zwei Tagen wieder an die Steckdose. Aber auch wer sein Smartphone kaum aus der Hand lässt, kommt problemlos durch einen Arbeitstag. Nach einem Fernsehabend ist der Akku des S4 dann auch schon wieder bis oben hin gefüllt. Nur zwei Stunden werden für eine Ladung benötigt.

Ist das S4 nun galaktisch gut? Ohne Frage hat Samsung wieder ein Spitzenmodell auf den Markt gebracht, dass unter den Top 5 der derzeit erhältlichen Geräte einzuordnen ist. Wem es vor allem auf Technik und Multimedia ankommt, kann mit dem S4 nichts falsch machen. Eleganter wirken aber Modelle wie das XperiaZ, das HTC One und das iPhone, die technisch dem S4 kaum nachstehen.

Eine noch leistungsstärkere Variante des Galaxy S4 mit der so genannten " LTE-Advanced 4G"-Technologie könnte übrigens schon bald auf den europäischen Markt kommen.

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