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Das neue Smartphone von Nokia im Test Nokia Lumia 1020: Smartphone greift Kompaktkameras an

Smartphones sind heute multimediale Alleskönner und können andere Geräte wie den MP3-Player ersetzen. Anders sieht es bei der Kamera aus, oft reicht die Aufnahmequalität nur für Schnappschüsse. Das Nokia Lumia 1020 will das nun ändern und die Anschaffung einer Kompaktkamera überflüssig machen. Ob das gelingt, zeigt der Test.

lumia 1020
Das Lumia 1020 kommt in knallbunten Farben. Ein Blender ist das Smartphone aber nicht. -

Der finnische Kommunikationskonzern Nokia hat mit seinen gut ausgestatteten Lumia-Modellen und dank der Kooperation mit Microsoft wieder schlagkräftige Smartphones auf dem Markt. Nun ist das Nokia Lumia 1020 erhältlich, dass viele Eigenschaften des Lumia 925 mitbringt, aber vor allem mit seiner Kamera auftrumpfen will.

Design des Lumina 1020

Auf den ersten Blick wirkt das Lumia 1020 gut verarbeitet und durchaus edel. Man merkt dem Gerät dank seines Unibody-Designs nicht sofort an, dass es aus dem Werkstoff Polycarbonat verarbeitet ist. Nokia hat es auch geschafft, das Gerät trotz der starken Kamera nicht so klobig zu gestalten, wie noch das Nokia 808 PureView.
Das zeigt sich auch bei Abmessungen und Gewicht. Mit 10,4 Millimeter ist es deutlich schmaler und mit 158 Gramm auch leichter. Damit ist das Lumia 1020 zwar nicht ganz so dünn und leicht wie etwas das iPhone 5s oder das Samsung Galaxy S4, aber absolut konkurrenzfähig. Dennoch sticht das Objektiv etwas aus dem Smartphone heraus, so dass das Gerät nicht ganz eben auf einem Tisch liegen kann. Das ist aber gar nicht mal so unpraktisch. So kann das Objektiv als Tischständer umfunktioniert werden und Videos in leicht schrägem Winkel betrachtet werden.

So bewertet die DHZ das Lumia 1020
positiv negativ
Wertigkeit
Design
Farben und Schärfe
Funktionsumfang
Kamera
Preis

4,5 Zoll Display mit AMOLED und Gorilla Glas

Wie schon beim Lumia 925 hat Nokia wieder einen 4,5-Zoll-Bildschirm verbaut, mit AMOLED-Technologie und geschützt durch Gorilla Glass 3. Für ein aktuelles Spitzenmodell ist der Bildschirm damit relativ klein, immer mehr Hersteller setzen auf mindestens 5 Zoll große Anzeigen. Das ist immer dann schade, wenn man als Nutzer im Internet surfen möchte, Videos oder auch die Aufnahmen der Kamera betrachten will. Andererseits wäre das Gesamtgewicht mit mehr Display wohl noch etwas höher ausgefallen. In die Hosentasche passt das Lumia 1020 übrigens auch noch bequem rein.

Das Display löst mit 1.280 x 768 Pixeln auf und damit leider nicht in Full HD. Hier unterliegt Nokia den Schranken, die das Betriebssystem setzt. Leider unterstützt Windows Phone 8.0 eine höhere Auflösung derzeit nicht. Trotzdem wirkt der Bildeindruck hervorragend und bietet keinen Anlass zur Kritik.

Prozessor, Speicher und Arbeitsspeicher

Auch beim verbauten Chip bietet das Lumia 1020 nicht alles, was derzeit technisch so möglich ist. Das ist aber auch gar nicht unbedingt nötig, wie der Praxistest zeigt. Der mit 1,5 GHz getaktete Prozessor mit zwei Rechenkernen von Qualcomm sorgt im Zusammenspiel mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher für flüssiges Arbeiten. Einen ganzen Arbeitstag hält das Smartphone dank seines Akkus mit einer Leistung von 2.000 mAh durch.

Mit 32 Gigabyte fest verbautem Speicher steht ausreichend Platz für Fotos zur Verfügung. Zudem bietet Nokia weitere sieben Gigabyte an kostenlosem Cloud-Speicher von Sky Drive, der gegen Bezahlung erweitert werden kann. So lässt es sich verschmerzen, dass eine Speichererweiterung mittels Micro-SD-Karte leider nicht möglich ist.

Kamera mit 41 Megapixel

Gradmesser für das Lumia 1020 muss aber die Kamera sein. Nokia wirbt mit 41 Megapixel. Das sind auf den ersten Blick Welten zu den anderen Geräten der Oberklasse, die zwischen acht und 13 Megapixel aufbieten können. Doch Pixel allein reichen nicht für gute Bildergebnisse. Nokia bietet aber mehr: Ein mechanischer Bildstabilisator, ein Xenon-Blitz, eine Optik von Carl Zeiss und die besonderen Software-Funktionen der Kamera sollen hohen Ansprüchen von Hobbyfotografen genügen und eine Kompaktkamera für Urlaubsreisen oder andere besondere Fotoerlebnisse komplett überflüssig machen.

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© Nokia

Kameraeinstellungen mit Pro Cam

Das Lumia 1020 bietet zwei verschiedene Apps um die Kamera zu verwenden, wobei die Pro Cam, die professionelleren Ansprüche erfüllen soll. Sie bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten für Fotoaufnahmen. Wer die Pro Cam benutzt, bekommt damit fünf Megapixel große Fotos, die zum Beispiel direkt in sozialen Netzwerken veröffentlich werden können. Parallel wird aber noch eine hochauflösendere Version des Bildes im System abgelegt. Diese kann jedoch nur beim Anschluss an einen Computer weiterverarbeitet werden.

Mit Schiebe-Reglern kann der Nutzer zum Beispiel die Belichtung und Weißabgleich einstellen, den ISO-Bereich regulieren, den Fokus ändern oder den Blitz aktivieren. Eine manuelle Einstellung der Tiefenschärfe wird vermisst, ein Minuspunkt.

Die Funktionsvielfalt ist groß und bietet viel Potenzial, doch Nutzer sollten auch ein gewisses Grundverständnis von Fotografie mitbringen, um sich hier zurechtzufinden. Im Vergleich zum Samsung Galaxy S4 Zoom bietet das Lumia 1020 weniger voreingestellte Aufnahmemodi. Allerdings dürfte das für die meisten Kaufinteressenten eines solchen Geräts kein Hindernis sein.

Bildqualität der Smartphone-Aufnahmen

Und wer gar nicht viel ausprobieren möchte, kann sich zum Glück auf die Bildeinstellungen im Automatikmodus des Lumia 1020 verlassen. Die Bilder gelingen in den meisten Fällen hervorragend und weit über sonstigem Smartphone-Niveau. Auch kleinste Details im Bildbereich sind bei den Aufnahmen noch scharf zu erkennen, Bilder wirken sehr realitätsgetreu und nicht überzeichnet. Auch der Farbeindruck überzeugt, besonders im Freien und bei Tageslicht. Aber auch in geschlossenen Räumen mit schlechtem Lichteinfall holt der Sensor des Lumia 1020 noch viel aus den Bildern raus, obwohl bei Hinzunahme des Blitzes ein leichter Gelbstich erkennbar ist.

Ist der Preis des Lumia 1020 gerechtfertigt?

Ohne Frage verspricht Nokia nicht zu viel von seinem Smartphone. Die Kamera des Nokia Lumia 1020 ist vielen Kompaktkameras ebenbürtig. Wer also bereit ist über 600 Euro für ein Mobiltelefon auszugeben, kann darüber nachdenken, seine Kompaktkamera zu verkaufen.
Dafür lässt sich zum Beispiel noch ein rund 50 Euro teurer Kamera-Griff kaufen, der am  Lumia 1020 befestigt werden kann. Der bietet nicht nur einen besseren Halt beim Fotografieren, sondern verfügt über einen eingebauten Akku, der die Betriebsdauer um etwa eine Stunde erhöht.
Zudem lässt sich das Lumia 1020 mit dem vorhanden Anschluss so auf ein Stativ aufsetzen. Für Profifotografen ist die Lumia 1020 trotzdem keine Option, weil es keinen echten optischen Zoom gibt. 

Testergebnis

Mit dem Lumia 1020 ist Nokia der Spagat aus Kompaktkamera und Oberklasse-Smartphone gelungen. Wer bei einem Handy großen Wert auf die Fotoqualität legt und schon länger Abschiedsgedanken für seine Kompakte hegt, sollte sich das Gerät aufjedenfall näher anschauen. Ein Schnäppchen ist das Nokia Lumia 1020 allerdings nicht.

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