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Gesundheitsfördernde Maßnahmen Präventionsgesetz: Ab 2016 doppelte Leistung

Ab 2016 müssen Versicherer mehr Geld für gesundheitsfördernde Maßnahmen ihrer Versicherten in die Hand nehmen. So verlangt es das Präventionsgesetz. Was sich für Unternehmer und Versicherte ändert.

Es war ein zäher Kampf, bis das Präventionsgesetz (PrävG) nach bald zehnjähriger Entstehungsphase Ende Juli in Kraft treten konnte.

Ziel des Gesetzes ist, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen. Dazu will der Gesetzgeber direkt ins Lebensumfeld der Menschen gehen, angefangen bei Kindern in Kindertagesstätten oder Schulen, aber eben auch zu Berufstätigen an ihrem Arbeitsplatz.

Besonders im Fokus stehen folgende Bereiche:
  1. Diabetes mellitus Typ 2: Erkrankungsrisiko senken, Erkrankte früher erkennen und sie behandeln.
  2. Brustkrebs: Mortalität vermindern, Lebensqualität erhöhen
  3. Tabakkonsum reduzieren
  4. gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung
  5. gesundheitliche Kompetenz erhöhen: Souveränität der Patienten stärken
  6. depressive Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln
  7. gesund älter werden
  8. Alkoholkonsum reduzieren.

DHZ-Adventskalender

Das wird neu 2016

Weitere wichtige Neuerungen für das Jahr 2016 finden Sie ab dem 1. Dezember  in unserem DHZ-Adventskalender.

Bis Weihnachten informiert Sie die Deutsche Handwerks Zeitung nun jeden Tag beispielsweise über neue Gesetze, Verordnungen oder Änderungen bei Versicherungen, auf die Sie sich im kommenden Jahr einstellen müssen.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb

Gerade kleine und mittlere Betriebe sollen künftig stärker von gesundheitsfördernden Maßnahmen profitieren. Hierzu sollen die Krankenkassen in den Betrieben insbesondere den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen unterstützen.

Gemeinsam mit den Versicherten,den Unternehmern, den Betriebsärzten und den Fachkräften für Arbeitssicherheit erheben die Versicherungen die gesundheitliche Situation im Betrieb. Die Beteiligten sollen Risiken und Potenziale erkennen und Vorschläge zur Verbesserung erarbeiten.

Sowohl Arbeitgeber als auch die teilnehmenden Versicherten bekommen einen Bonus, wenn sie an solchen Maßnahmen teilnehmen.

Mitarbeiter fördern

Für Unternehmer, die aktiv die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern wollen, ändert sich zunächst nichts. Krankenversicherer boten auch bisher schon entsprechende Maßnahmen an.

Ab 2016 sollen sie laut Gesetz dafür aber pro Versicherten die doppelte Summe ausgeben, anstatt wie 2015 noch 3,17 Euro ab 2016 sieben Euro pro Jahr. Bonusleistungen, wie sie Versicherungen ihren Versicherten bisher freiwillig boten, wenn diese bei Präventionsmaßnahmen mitmachten, sind künftig verpflichtend.

Das Vorgehen: Wie bisher können sich Unternehmer, die Interesse an einem kostenlosen betrieblichem Gesundheitsmanagement haben, an ihre Krankenversicherung beziehungsweise die Krankenversicherung wenden, bei der die Mehrzahl der Mitarbeiter versichert ist.

Je nach Bedarf und Größe des Betriebs kommen Berater ein oder mehrere Male ins Haus. Viele Programme bestehen aus einzelnen Bausteinen, die über einen längeren Zeitraum hinweg einer nach dem anderen thematisiert werden.

Finanzierung steht in der Kritik

Der Zentralverband des deutschen Handwerks wie auch die Sozialversicherungsträger kritisieren an dem Präventionsgesetz die Finanzierung. Die Kosten tragen hauptsächlich die Sozialversicherungsträger, also letztlich Arbeitgeber und Versicherte. Davon finanziert werden aber auch Maßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, für deren Finanzierung der Bund verantwortlich ist.

Weitere Informationen zum Thema bietet das Bundesministerium für Gesundheit. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat seine Positition hier zusammengefasst.

bst

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