Chemnitz -

Fremdenfeindliche Vorfälle in Chemnitz Präsidenten von HWK und IHK rufen zu Weltoffenheit auf

Nach den fremdenfeindlichen Vorfällen in Chemnitz rufen die Präsidenten von Handwerkskammer und IHK zu Weltoffenheit auf.

In einer gemeinsamen Erklärung von Frank Wagner (HWK) und Dieter Pfortner (IHK) heißt es: „Den Angriffen der vergangenen Tage auf das friedliche Zusammenleben in Chemnitz, den fremdenfeindlichen Übergriffen und den Rechtsbrüchen erteilen wir eine klare Absage.

Wir verurteilen auf das Schärfste, dass bei einem friedlichen Stadtfest durch eine schändliche Tat ein Mensch zu Tode gekommen ist! Wir verstehen, dass es daraufhin besorgte Menschen in Chemnitz und in Sachsen gibt. Bei allem Verständnis für die Sorgen und Probleme unserer Bürger sind diese aber keine Rechtfertigung, unsere demokratischen Strukturen zu beschädigen! Wir verurteilen äußerst energisch, dass ein solcher Vorfall für rassistische Hetze instrumentalisiert wird. Der Imageschaden für unsere Region und unsere Wirtschaft ist immens!

Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus sind völlig inakzeptabel und gefährden nicht nur den Wirtschaftsstandort Sachsen, sondern auch das Ansehen Deutschlands. Die Folgen machen sich in einer erschwerten Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland sowie in einem Vertrauensrückgang nationaler und internationaler Kunden und Investoren bemerkbar.

Unsere Unternehmen sind schließlich auf der ganzen Welt aktiv. Offene Märkte und stabile Handelsbeziehungen sind dafür eine Voraussetzung. Nicht nur Sachsen, ganz Deutschland steht vor dem Problem des Fachkräftemangels. Ausländische Fachkräfte kommen aber nur in unsere Region, wenn ein Klima der Weltoffenheit, des Willkommenseins herrscht.

Weltoffenheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die Grundlagen für die soziale Marktwirtschaft. Dem sollte sich jeder Bürger anschließen!“

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