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Covid-19 Präsident der Französischen Handwerkskammern gestorben

Ein leidenschaftlicher Kämpfer für das europäische Handwerk ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen: Vor wenigen Tagen starb Bernard Stalter, Präsident des Dachverbands der französischen Handwerkskammern CMA France, und Vizepräsident des Europäischen Verbands für Handwerk und kleine und mittlere Unternehmen SME United.

Der Friseurmeister mit dem markanten Bart galt als Brückenbauer zwischen deutschem und französischem Handwerk. Dem aus dem Elsass stammenden Stalter war die deutsch-französische Freundschaft ein Herzensanliegen. Verdient machte er sich vor allem in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit seiner Kammer mit der Handwerkskammer Freiburg, zum Beispiel bei Themen wie Ausbildung oder Traditionspflege. Neben seiner herzlichen Art halfen ihm dabei auch seine guten Deutschkenntnisse.

Stalter engagierte sich viele Jahrzehnte und auf vielen Ebenen der Handwerksorganisation. Er rückte das Handwerk damit deutlicher in den Blick der französischen Gesellschaft. Mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft kämpfte der Friseurmeister für die Ausbildung in Frankreich. Die Kooperation zwischen den deutschen und französischen Handwerkskammern war ihm eine Herzensangelegenheit. Er engagierte sich für die Angleichung von Diplomen und Ausbildungen.

Ausbildung als Friseur

Stalter begann im Alter von 14 Jahren eine Ausbildung zum Friseur und eröffnete 1993 seinen ersten Salon in seiner Heimatstadt Brumath. Später kamen zwei weitere Salons in Brumath und Straßburg mit mehr als 60 Angestellten hinzu.

Er war zunächst Präsident der regionalen Handwerkskammer der Region Grand Est und wurde 2016 Präsident des Dachverbands der französischen Handwerkskammern. Ein Jahr später wurde er zum Vizepräsidenten des europäischen Verbands SME United gewählt. Sein Leitmotiv lautete: "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg."

ZDH würdigt Stalter

Mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) arbeitete Stalter eng zusammen. "Wenn heute Nationalisten und Populisten diese großartige Idee einer europäischen Gemeinschaft zerstören wollen, dann ist es unsere Aufgabe – nicht nur als europäische Bürger, sondern auch als Handwerk – sich dem entgegenzustellen“, erklärte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks im vergangenen Jahr beim deutsch-französischen Kammertreffen vor der Europawahl. "Diese Treffen, die für die Handwerkskammern in unseren beiden Ländern wichtig sind, ermöglichen es, sich über Fragen und bewährte Praktiken auszutauschen und eine gemeinsame Vision zu nationalen, grenzüberschreitenden und europäischen Themen zu entwickeln“, sagte Stalter damals.

ZDH-Präsident Wollseifer und ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke würdigten Stalter als "hoch engagierten und verlässlichen Partner" und "große Persönlichkeit, die nachhaltige Spuren hinterlässt". "Bernard Stalter wurde Opfer der Corona-Pandemie, die derzeit tiefe Spuren über die ganze Welt zieht, vor allem auch in Frankreich", schrieben Wollseifer und Schwnnecke. "Unsere Solidarität gilt in diesen schweren Tagen unseren französischen Freunden – nicht zuletzt natürlich den Handwerkerinnen und Handwerkern, die in eine schwere Krise gerissen werden und für die Bernard Stalter stets mit seiner ganzen Kraft eingetreten ist."

Bernard Stalter starb am Ostermontag in einem Straßburger Krankenhaus. Der Friseurmeister wurde 63 Jahre alt. str

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