Stuttgart -

Auslandsgeschäft Potenziale erkennen und Fehler vermeiden

Der Einstieg ins Auslandsgeschäft kann mühsam sein. Doch mit der richtigen Vorbereitung kann dieser Schritt zum gewünschten Erfolg führen.

Michael Rössler, Außenwirtschaftsberater und stellvertretender Leiter von Handwerk International Baden-Württemberg, erklärt, was es beim Eintritt in den ausländischen Markt zu beachten gibt.

Den Zusatzaufwand bedenken

„Überlegt sich ein Betrieb, ins Auslandsgeschäft einzusteigen, sollte sich der Unternehmer zunächst einen Überblick verschaffen, welcher Zusatzaufwand mit diesem Schritt auf ihn zukommen würde“, sagt Michael Rössler. Denn der Außenwirtschaftsberater weiß, dass auf Firmen, die im Ausland tätig sind, nicht nur sprachliche Hürden, sondern auch eine andere Arbeitsmentalität sowie geänderte Rahmenbedingungen für die Auftragsabwicklung warten. „Ein Auslandsgeschäft ist immer mit einem höheren Risiko und Aufwand verbunden“, gibt der Berater zu bedenken.

Potenziale erkennen und Fehler vermeiden

Hat ein Unternehmer Interesse an einem ausländischen Markt oder gar eine Marktlücke im Ausland entdeckt, muss er sich die entsprechenden Kompetenzen aufbauen, um im fremden Land erfolgreich Geschäfte machen zu können. „Die gängige Geschäftssprache zu lernen, gehört ebenso dazu wie entsprechende Kunden zu finden und den Markt sowie die Konkurrenz zu verstehen“, erklärt Rössler die ersten Schritte.

Wichtig sei es dafür, zunächst einen Blick ins eigene Unternehmen zu werfen. „‚Wie bin ich aufgestellt?‘, ‚Mit welchem Produkt kann ich mir den Schritt ins Ausland vorstellen?‘ und ‚Welche Risiken könnten mich dabei erwarten?‘ sind Fragen, die im Vorfeld beantwortet werden müssen“, fährt er fort. Beim Blick ins eigene Unternehmen unterstützen Michael Rössler und seine Außenwirtschaftsberater-Kollegen von Handwerk International Baden-Württemberg.

„Das kostenfreie Informations- und Beratungsangebot von Handwerk ­International umfasst beispielsweise einen Auslands- und Innovations-Check, bei dem geschaut wird, wie fit der Betrieb für die internationale ­Geschäftstätigkeit ist. Ebenso gehören eine Länderberatung sowie Hilfestellung zu den Themen Export und Messe zu den Beratungsleistungen dazu“, zählt Rössler das Dienstleistungsangebot der Organisation auf.

Am wichtigsten sei es, dass die ­Planungen für das Auslandsgeschäft rechtzeitig angegangen werden. „Dann ist die Arbeit in einem anderen Land auch für kleine Betriebe aus den verschiedensten Branchen möglich.“

Vom indirekten zum ­direkten Export

Derzeit sind von den Handwerksbetrieben der Region Stuttgart circa 10 bis 15 Prozent im Ausland tätig – hinzu kommt eine große Zahl an Unternehmen, die durch indirekten Export im Ausland aktiv sind. „Von einem indirekten Export wird dann gesprochen, wenn ein Unternehmen an deutsche Firmen liefert, die wiede­rum ihre Teile oder Produkte ins Ausland verkaufen“, erklärt der Berater. Schnell könne sich ein indirekter Export zum direkten Export entwickeln. „Dann ist es extrem wichtig, die jeweiligen Rechtsrahmen zu kennen, um Zollvergehen und andere Verstöße zu vermeiden.“

Weitere Informationen zur Außenwirtschaftsberatung von Handwerk ­International Baden-Württemberg gibt es online unter hwk-stuttgart.de/­februar2019

Export-Experte werden

Der Lehrgang „Export und Außenhandel im Handwerk“ an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart vermittelt Mitarbeitern aus Handwerksbetrieben das notwendige Know-how, um das Auslandsgeschäft rechtssicher abwickeln zu können. Werden Sie zum Export-Experten! 30. April bis 4. Juli 2019, dienstags 18 bis 21.15 Uhr.


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