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Abkühlung in Corona-Zeiten Poolboom wegen Corona: "Der Ansturm dieses Jahr war riesig"

Die Corona-Pandemie sorgte 2020 für zwei große Trends: Fahrräder und Pools. Der Badespaß für den heimischen Garten war laut Branche gefragt wie nie zuvor. Ein Poolexperte erzählt, wie er den Sommer erlebt hat – und warum man am besten schon jetzt an nächstes Jahr denken sollte.

Vielen Deutschen hat die Corona-Pandemie einen Strich durch ihre Urlaubspläne gemacht. Auch auf einen Besuch im Freibad verzichteten viele wegen Abstandsregeln und Mundschutz. Was also tun, wenn man in den heißen Sommermonaten nicht auf das Urlaubs-Feeling und eine Abkühlung verzichten wollte? Die Lösung für viele: Ein eigener Pool im Garten. Die Nachfrage war so groß, dass Pools vielerorts ausverkauft waren.

Auftragsplus von 30 Prozent

"Dieses Jahr gab es einen riesigen Ansturm", bestätigt auch Karsten Höhlein, Inhaber von Schwimmbad & Wellness aus Mainleus. Sein Fazit nach den Sommermonaten 2020: Ein Auftragsplus von 30 Prozent. Den Trend zum eigenen Pool im Garten gibt es laut dem gelernten Installateur- und Heizungsbauer schon seit einigen Jahren – dafür hätten vor allem die heißen Sommer in den vergangenen Jahren gesorgt. "Aber klar: Corona hat die Nachfrage nochmal gesteigert", sagt Höhlein. 

Die hohe Nachfrage wirkte sich nicht nur auf die Auftragslage aus, sondern auch auf die Lieferzeiten. Lag die Lieferzeit eines Standardbeckens vor Corona bei rund sechs Wochen, müssen Kunden mittlerweile mit 18 Wochen rechnen, so Höhlein. Ein Luxusbecken ab 50.000 Euro braucht sogar bis zu einem halben Jahr. "Die günstigeren Becken von meinem Hersteller waren sogar gar nicht mehr lieferbar". Wer also mit dem Gedanken spielt, sich für den nächsten Sommer einen Garten-Pool anzuschaffen, sollte schon jetzt mit der Planung beginnen, rät Höhlein.

Bauzeit von vier bis sechs Wochen

Aber welcher Pool ist für wen geeignet? Als Einsteigermodell zum Testen seien Pools aus dem Baumarkt in Ordnung, so Höhlein. Wenn der Pool dann aber fest in den Boden eingelassen werden soll, sollte der Kunde zu einem hochwertigen Produkt greifen. Viele machen laut Höhlein hier oft den Fehler und wollen für einen möglichst günstigen Preis möglichst viel haben. Dann sei die Enttäuschung oft groß, wenn die billigere Variante nicht die gewünschten Erwartungen erfüllt. Mit seinen Kunden führt er deshalb lange Beratungsgespräche, um ihnen den Weg zum Traumpool zu ermöglichen. Wenn die Entscheidung für ein passendes Modell gefallen ist, sollten Kunden für die Bauzeit zwischen vier und sechs Wochen einplanen.

Eine Baugenehmigung braucht es dafür in der Regel nicht. Nach den jeweiligen Landesbauordnungen sind laut des Bundesverbands Schwimmbad & Wellness (bsw) Wasserbecken bis zu einem Volumen von 100 Kubikmetern genehmigungsfrei. Es kann aber je nach Gebiet Abweichungen geben. Daher rät der bsw, dass man im Zweifel bei örtlichen Bauamt nachfragen sollte. Außerdem ist grundsätzlich ein Abstand von rund drei Metern zur Grundstücksgrenze , bzw. zum Nachbarsgrundstück einzuhalten.

Wenn Höhlein den Lieferzeitpunkt des Pools kennt, geht es zuerst an die Bodenarbeit. Dafür braucht der Poolbauer mit seinem Team rund eine Woche. Danach wird der Pool eingelassen und es stehen die Installations- und Betonierarbeiten an. Abschließend muss der Außenbereich wiederangelegt werden."

Um die Abkühlung im Garten genießen zu können, ist die Desinfektion sehr wichtig. Ein Punkt, den viele Poolbesitzer oft unterschätzen. Da Chlor nicht so beliebt ist, setzen viele auf eine Salzelektrolyse, die allerdings im Prinzip auch nur Chlor produziert und dadurch das Wasser aggressiv macht und die Korrosion im Becken erhöht wird, erklärt Höhlein. Deshalb sollte man sich vom Hersteller versichern lassen, dass das Becken und die dazu benötigten Einbauteile dafür geeignet sind. Das sei wichtig für die Garantie. Dann lässt sich auch der Badespaß im eigenen Garten ungetrübt genießen.

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