Politik + Wirtschaft -

Allianz für Aus- und Weiterbildung Politik und Wirtschaft wollen mehr Jugendliche für die Lehre gewinnen

Noch immer gibt es viele unbesetzte Ausbildungsplätze und unversorgte Bewerber. Mit vereinten Kräften will man Abhilfe schaffen.

Künftig sollen mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz finden. "Das gestiegene Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen gilt es zu nutzen", teilten Bundesregierung, Wirtschaft, Länder, die Bundesagentur für Arbeit und die Gewerkschaften nach einem Treffen der Spitzenvertreter der Allianz für Aus-und Weiterbildung mit. Zwar habe sich der Ausbildungsmarkt stabilisiert, dennoch wollten die Paktpartner erreichen, dass mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz finden und mehr Betriebe ihre Angebote besetzen können.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2016 insgesamt rund 43.500 (Vorjahr: 40.960) unbesetzte Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit und Jobcenter gemeldet. Zeitgleich wurden insgesamt 20.550 (20.712) unversorgte Bewerber registriert, die sich für keine Alternative entschieden hatten und für die noch weitere Vermittlungsbemühungen liefen. Insgesamt hatten 527.178 (528.387) einen Ausbildungsplatz gefunden.

Perspektiven wie Berufsabitur aufzeigen

Wie ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer sagte, konnten im vergangenen Ausbildungsjahr zahlreiche Ausbildungsplätze im Handwerk nicht besetzt werden. Deshalb wolle er noch mehr auf die Perspektiven im Handwerk hinweisen und mit dem anstehenden Ausbildungsjahr 2017/2018 mit dem Berufsabitur, der Kombination von Lehre und Abitur in vier Jahren, in mehreren Bundesländern an den Start zu gehen.

Wollseifer plädiert für Verlängerung der assistierten Ausbildung

Verlängert werden sollte nach Ansicht Wollseifers auch die Möglichkeit, benachteiligten Jugendlichen den Weg in die Ausbildung zu erleichtern. „Ich plädiere dafür, die assistierte Ausbildung auch über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern“, sagte er nach dem Treffen. Darüber hinaus sollte  die "assistierte Ausbildung" nach Einschätzung der Paktpartner noch bekannter gemacht werden. In der gesamten Wirtschaft hatten 2016 rund 11.600 Jugendliche und ihre Ausbildungsbetriebe die Hilfe in Anspruch genommen.

Sprachförderung an Berufsschulen nutzen

Die Partner appellierten außerdem an Betriebe und Auszubildende, Unterstützungsangebote der Berufsschulen wie etwa die Sprachförderung für Zugewanderte in Anspruch zu nehmen und sich bei den Schulen oder den Jobcentern darüber zu informieren. Mit Blick auf die Integration von Geflüchteten forderte die Allianz die Ausländerbehörden auf, in der Praxis Geflüchteten den Weg in die Ausbildung zu ermöglichen. So könnten Einstiegsqualifizierungen eine Brücke in die Ausbildung sein.

Ende März: Woche der Ausbildung

Wer sich über die berufliche Bildung und aufbauende Karrieremöglichkeiten informieren will, kann dies vom 27. bis 31. März bei einer bundesweiten "Woche der Ausbildung" tun. Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter bieten entsprechende Veranstaltungen an.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten