Freiburg -

Praktikum in Italien Pizza statt Brägele

Pizza statt Brägele – so lautete die Devise für Zimmermann Klemens, Konditorin Jennifer, die beiden Kfz-Mechatronikern Nico und Hannes sowie Bäcker Simon, die von ihren Ausbildungsbetrieben für drei Wochen freigestellt wurden, um die Ausbildung in Betrieben im italienischen Vicenza fortzusetzen.

Gemeinsam machte sich die Gruppe am 15. Oktober auf den Weg nach Vicenza. Dort wurden sie abends von ihren Gasteltern in Empfang genommen. Vicenza ist eine Kultur- und Industriestadt in Norditalien. Modernes Handwerk ist hier ebenso anzutreffen wie Jahrhundertealtes Bauwerk. Die Stadt zählt zu den reichsten Städten Italiens und bietet Praktikumsplätze für fast alle Gewerke.

Nach einer zweitägigen Vorbereitungs- und Kennenlernphase begann am 18. Oktober die Arbeit in den Betrieben. Die Azubis waren überrascht, wie schnell sie nach kurzer Einarbeitung selbstständig arbeiten durften.

Simon lernte neue Brotrezepte kennen und Jennifer die gesamte Bandbreite italienischer Gebäcke. Nico reparierte Motorräder unter anderem von Piaggio, Aprilia und Vespa und Hannes Autos bei einer großen Mercedes-Benz-Niederlassung. Klemens erlangte Fingerfertigkeit im Abbinden von Sparren und Balken; darüber hinaus gehörte auch das Streichen von Brettern zu seinen Aufgaben.

Ihre in der Ausbildung bereits erworbenen Kenntnisse konnten die Auszubildenden dabei gut einsetzen und viel Neues hinzulernen. Ungewohnt waren allerdings die Arbeitszeiten, die, aufgrund ausgedehnter Mittagspausen, viel länger als gewohnt waren. Alle fünf priesen die Herzlichkeit und Offenheit, mit der sie von ihren neuen Arbeitskollegen begrüßt wurden.

Auch wenn es mit der Sprache gelegentlich schwierig war – eine Verständigung war mit gutem Willen doch immer möglich. Aber es wurde nicht nur hart gearbeitet; es blieb ausreichend Zeit, um die Umgebung zu erkunden. So standen Ausflüge nach Venedig, Padua oder an den Gardasee auf dem Programm. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Gemeinsam besuchte man die Vincent-van-Gogh-Ausstellung.

Fazit von Heike Schierbaum, Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer: „Sowohl Betriebe als auch Auszubildende waren sehr zufrieden mit ihrer dreiwöchigen Zusammenarbeit. Ettore Galzignato von der Mercedes-Benz-Vertretung beispielsweise war von den fachlichen Kenntnissen seines Azubis auf Zeit so begeistert, dass er ihn am liebsten dabehalten hätte. Er war sehr beeindruckt, dass Hannes direkt in der Werkstatt eingesetzt werden konnte.“

Unterstützer des Projekts

Das Praktikum wurde von der Mobilitätsberatung der Handwerkskammer Freiburg in Zusammenarbeit mit dem italienischen Partner Eurocultura organisiert und durch „Erasmus+“ finanziell unterstützt. Die Organisatoren danken den Ausbildungsbetrieben Bäckerei Siegwart in Offenburg, Bäckerei Friedrich in Mahlberg, S & G Automobil AG in Hausach und Offenburg sowie Zimmerei Schneider in Herrischried für die Unterstützung des Projekts.

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