Reise -

Bierwallfahrt nach Altötting Pilgern auf Bayerisch

Bei einer Bierwallfahrt nach Altötting bekommt die Einkehr eine ganz neue Bedeutung. In drei Stationen dreht sich alles um den Gerstensaft.

Beten ist nicht Pflicht auf dieser Wallfahrt, Einkehr schon. Und das nicht erst am Wallfahrtsziel Altötting, sondern auch schon unterwegs.

Ausgangsort der etwa 16,5 Kilometer langen Bierwallfahrt ist Unterneukirchen in Bayern, wo auch gleich das erste Etappenziel, die Brauerei Leidmann, liegt. Vor der Brauerei erwarten Margot und Sebastian Leidmann bereits die Gäste. Im Sudhaus der Brauerei servieren sie ein Weißwurstfrühstück zum selbst gebrauten Weißbier. Währenddessen erzählt die Wirtin vom Ursprung der inzwischen ältesten Weißbierbrauerei im Landkreis. "Unser Bier lebt", erklärt sie, ganz anders als die Biere, die manche Läden im Schaufenster stehen haben. Bei denen ist Hopfen und Malz verloren. "Die sind tot." Denn Bier wolle es dunkel und kalt.

Biermenü mit Bierbegleitung als Stärkung

Fünf Kilometer sind es bis zur nächsten Station, dem Bräu im Moos. Der Weg führt vorbei an blühenden Obstbäumen, durch grüne Felder und Löwenzahnwiesen. Im Wildgehege beim Bräu im Moos spazieren die Hirsche mit Bastgeweih herum. Im Brauereigasthof zeugen liebevoll restaurierte Puppenstuben und Kaufläden von der Sammelleidenschaft der Wirtin. Und im Keller hat sich der Bräu ein kleines Biermuseum eingerichtet. Das dreigängige Biermenü samt Bierbegleitung sollte als Stärkung für die nächsten neun Kilometer reichen.

In der Ferne sind bereits die Doppeltürme der Stiftskirche von Altötting zu sehen. Doch ehe die Bierwallfahrer die Tausende von Votivtafeln bestaunen können, ist noch ein Zwischenstopp angesagt, der Graminger Weißbräu. Hier lassen sich die Bierwallfahrer nochmal eine deftige Brotzeit schmecken. Dazu fließt das süffige Graminger Weißbier.

Das Wallfahrtsziel die Bruder-Konrad-Kirche

Jetzt ist es bald geschafft. Noch zweieinhalb Kilometer bis zum Kapellplatz von Altötting. Keiner lässt es sich nehmen, einen Blick in die Gnadenkapelle zu werfen und die "Schwarze Madonna" aus Lindenholz zu bewundern. Vor der Bruder-Konrad-Kirche gibt’s zur Belohnung noch ein Pilgerbier. Zurück geht es mit dem Auto. Doch vorher benetzen sich einige Wanderer noch die Augen mit dem angeblich wundertätigen Wasser aus dem Konradsbrunnen vor dem Kloster. Der Glaube soll ja sogar Berge versetzen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten