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Steuer aktuell Photovoltaikanlage: Musterprozess zu Vorsteuerabzug für Dachsanierung

Immer häufiger lassen sich Privatkunden eine Fotovoltaikanlage auf das Dach ihres Hauses installieren und liefern den gewonnenen Strom gegen Bezahlung an Energieversorger. Da sie durch die Stromlieferung umsatzsteuerlich zu einem Unternehmer werden, steht ihnen aus Eingangsrechnungen im Zusammenhang mit der Fotovoltaikanlage ein Vorsteuerabzug zu. Doch bei der Dachsanierung stellt sich das Finanzamt quer. Noch!

Muss vor Installation der Fotovoltaikanlage das Dach des Hauses renoviert werden, lehnt das Finanzamt den Vorsteuerabzug aus den Renovierungskosten in aller Regel ab. Beliebte Begründung des Finanzamts: Da die Anlage kein wesentlicher Bestandteil des Daches wird, fallen die Kosten der Dachsanierung nicht im Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit an. Ein Vorsteuerabzug für die Dachsanierung käme nur dann in Betracht, wenn das komplette Gebäude dem Unternehmensvermögen zugeordnet werden würde. Das ist jedoch nur möglich, wenn mindestens zehn Prozent der gesamten Nutzfläche des Gebäudes zu unternehmerischen Zwecken genutzt werden (Urteil v. 27. Juli 2009, Az. 14 K 1164/07).

Tipp: Muss ein Gebäudeeigentümer vor der Installation seines Gebäudes das Dach sanieren lassen, sollte er auf jeden Fall die Erstattung der Umsatzsteuer für die Dachsanierung vom Finanzamt fordern. Lehnt das Finanzamt ab, sollte Einspruch eingelegt und ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragt werden. Der Bundesfinanzhof klärt nämlich in einem laufenden Musterprozess die Kriterien, wann dem Betreiber einer Fotovoltaikanlage ein Vorsteuerabzug für die Dachsanierung zusteht und wann nicht.

dhz

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