Meinung -

Steuertipp Paradise-Papers: Steuerdiskussion mit Neidfaktor

Seit einigen Wochen wird man täglich mit neuen Namen und Enthüllungen zu den Paradise-Papers konfrontiert. Immer ist die Rede von unmoralischen und steuerlich wohl illegalen Steuerspartricks. Eine Diskussion, die vor allem zu Neidgefühlen führt und oftmals falsche Tatsachen widerspiegelt.

Bei den Paradise-Papers handelt es sich um Millionen von Datensätzen, die Namen von Konzernen, reichen Prominenten und sogar zahlreichen Politikern enthüllen, die ihre Geschäfte über Briefkastengesellschaften in verschiedenen Steueroasen abwickeln. Es entsteht aus der Berichterstattung meist der Anschein, dass es sich hierbei um Steuerhinterziehungspraktiken handelt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn viele Konzerne und Reiche haben nicht das Steuernsparen im Sinn, sondern wollen über verschiedene Firmen agieren, bei denen nicht sofort jeder weiß, wem sie gehören. Die Ziele können vielseitig sein. Denkbar sind Folgende: Verbesserung der Wettbewerbsvorteile, Umgehung von Fairtrade-Versprechungen oder anonymes Handeln.

Paradise-Papers lösen Panama-Papers ab

Können Sie sich an die Endlos-Diskussionen zu den Panama-Papers erinnern? Auch hier wurden verschiedene Namen veröffentlicht und Firmen und Reiche an den Pranger gestellt. Doch kam es zu Verurteilungen wegen Steuervergehen? Eher nicht, sonst hätten wir darüber sicherlich etwas gehört. Nun also die Paradise-Papers. Bleibt abzuwarten, ob hier wirklich Steuervergehen nachgewiesen werden können oder nur moralische Verfehlungen.

Lassen Sie sich nicht hineinziehen, in die Neiddebatte um die Paradise-Papers. Nehmen Sie die Berichterstattung zur Kenntnis und halten Sie sich mit Vorverurteilungen zurück. Wie viel diese fast schon anstrengende  Debatte wert ist, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

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