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Nach Bombe in DHL-Paket Paket-Bomben: 4 Hinweise, bei denen Sie Verdacht schöpfen sollten

Der DHL-Erpresser hat wohl vor allem kleine Betriebe im Visier. Weitere Sendungen mit gefährlichem Inhalt seien laut Sicherheitsbehörden durchaus wahrscheinlich. Die Polizei rät zur Vorsicht und erklärt, wie Empfänger verdächtige DHL-Pakete erkennen können.

Das Online-Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange. Allein DHL rechnet damit, dass in den Tagen kurz vor Weihnachten wieder rund 8,5 Millionen Sendungen pro Tag ausgeliefert werden. Andere Paketdienste wie DPD, GLS, Hermes oder UPS sind da noch gar nicht miteingerechnet. Für Paketfahrer ist es zweifelsohne die stressigste Zeit des Jahres.

Mitten in dieser Phase schockt ein Erpresser den Marktführer DHL. Der Unbekannte verschickt explosive Pakete an kleine Unternehmen. Das Motiv: Der Paketdienst soll um eine Summe von mindestens einer Million Euro erpresst werden. Dabei nimmt der Erpresser schwere Verletzungen und Todesopfer leichtfertig in Kauf.

Potsdamer Paket-Bombe war kein Einzelfall

Am Freitag wurde ein DHL-Paket an eine Potsdamer Apotheke geliefert. Das Paket enthielt nach Auskunft der Ermittler mehrere hundert Nägel sowie einen sogenannten Polenböller. So werden umgangssprachlich Feuerwerkskörper bezeichnet, die in Deutschland aufgrund von Sicherheitsmängeln verboten sind. Dass es keine Explosion gab, sei offenbar einem glücklichen Zufall zu verdanken, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter auf einer Pressekonferenz.

Ebenfalls im Paket: Ein Zettel mit QR-Code. Dieser führte die Ermittler zu einem Erpresserbrief im Internet. In diesem fordert der Täter eine Millionensumme und nimmt Bezug auf ein Paket, das bereits Anfang November an einen Onlinehändler in Frankfurt (Oder) geschickt worden war. Die Polizei gab bekannt, dass dieses beim Öffnen in Flammen aufgegangen sei, wodurch zunächst keine Hinweise auf Motiv und Täter gesammelt werden konnten.

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich. Betroffen seien bislang ausschließlich kleine Unternehmen im Raum Brandenburg. Sendungen an Privatpersonen oder außerhalb der Region seien jedoch nicht auszuschließen. "Wer ein auffälliges Paket zugestellt bekommt, nicht öffnen, denn das könnte die Auslösung bewirken", warnte Innenminister Schröter.

Paket-Bomben: So erkennen Sie verdächtige DHL-Sendungen

Der Leiter der Ermittlungsgruppe, Jörn Preuß, gibt Tipps, wie Paket-Bomben entlarvt werden können:

  1. der Absender ist unbekannt oder überhaupt nicht vorhanden
  2. die Adresse ist handschriftlich geschrieben, unleserlich oder befindet sich nicht an der üblichen Stelle; auch Rechtschreibfehler können ein Hinweis sein
  3. das Paket weist Flecken oder Verfärbungen auf (können durch plastischen Sprengstoff verursacht werden)
  4. es ragen Drähte aus dem Paket heraus

Verdächtiges DHL-Paket gefunden: So müssen Sie jetzt handeln

Sollte ein Paket verdächtig erschienen, rät Schröter zu folgendem Handeln:

  1. das Paket nicht öffnen und sofort die Polizei alarmieren
  2. das Paket wenn möglich nicht mehr bewegen und den Raum verlassen
  3. andere Personen in der Umgebung warnen
  4. bis die Polizei eingetroffen ist, niemanden in die Nähe des Pakets lassen

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