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Statistisches Bundesamt Arbeitnehmer im Osten arbeiten länger und verdienen weniger

Wer im Osten arbeitet, muss im Schnitt länger arbeiten, verdient aber weniger. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. So groß sind die Unterschiede zwischen Ost und West.

Im Westen bekamen Arbeitnehmer im vergangenen Jahr durchschnittlich 3.994 Euro brutto, im Osten hingegen nur 3.150 Euro, wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berichtete.

Beim durchschnittlichen Bruttostundenlohn wird der Unterschied dem Bericht zufolge noch deutlicher. Im kompletten Osten liegt dieser unter 19 Euro, im gesamten Westen darüber. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es durchschnittlich nur 17,16 Euro brutto pro Stunde, in Hamburg 24,13 Euro. Das sind über 40 Prozent mehr.

In Bremen ist die Wochenarbeitszeit durchschnittlich am kürzesten

Eine Kluft gibt es auch bei der Wochenarbeitszeit: Im Westen beträgt sie durchschnittlich 35,3 Stunden, in den neuen Ländern 36,6 Stunden. In Sachsen-Anhalt wird am längsten gearbeitet (durchschnittlich 37 Wochenstunden), in Bremen am kürzesten (34,7 Stunden).

Höhere Wertschöpfung im Westen

"Die Unterschiede sind Ausdruck dessen, dass im Osten weniger erwirtschaftet wird als im Westen", sagte Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) über die Diskrepanz bei den Löhnen zur "BamS". Im Westen seien mehr Betriebe mit hoher Wertschöpfung angesiedelt, zum Beispiel Chemie- und Automobilunternehmen. "Die können dann auch höhere Löhne zahlen."

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts basieren auf vierteljährlichen Verdiensterhebungen, bei denen die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer, ihre bezahlten Arbeitsstunden und ihre Bruttoverdienstsummen erfasst werden. Auszubildende sowie landwirtschaftliche Betriebe sind nicht einbezogen. AFP

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