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Französische Technik für Offroad-Fahrten Opel Vivaro erstmals mit Allradantrieb

Die Transporter von Opel profitieren vom neuen Mutterkonzern der Marke mit dem Blitz. Mit PSa kommt auch das Allradsystem von Dangel nach Rüsselsheim.

Seit zwei Jahren gehört Opel zum PSA-Konzern. Mit dem Combo Cargo und dem Vivaro sind bereits zwei der drei Nutzfahrzeuge mit dem Blitz auf der Haube auf Plattformen des französischen Herstellers umgezogen. In der dritten Generation wird es den Vivaro erstmals mit Allradantrieb geben. Dabei kommt ebenfalls französische Technik zum Einsatz.

Was die 4x4-Modelle zu leisten vermögen, durften Journalisten auf einem Offroad-Parcours in Bauschheim testen, unweit der Opel-Zentrale in Rüsselsheim. Dabei soll das Augenmerk auf dem Vivaro liegen, der aufgrund des längeren Radstandes auf der Buckelpiste eher an seine Grenzen kommen sollte. Doch mit der Antriebstechnik des Allradspezialisten Dangel aus Sentheim im Elsass windet sich der Vivaro souverän durch das anspruchsvolle Gelände.

Dabei kommt ihm die zusätzliche Bodenfreiheit von 20 cm ebenso zugute wie der Unterbodenschutz. Um den Kraftstoffverbrauch nicht übermäßig zu strapazieren, kann das Allradsystem von Dangel während der Fahrt über ein Wählrad einfach auf Eco-Modus umgestellt werden. Dann fährt der Transporter spritsparend mit Frontantrieb. Auf dem ADAC-Parcours von Bauschheim wäre das freilich kontraproduktiv. Hier wird der Allradmodus „Auto 4WD“ gewählt. Dann überträgt eine Viskokupplung einen Teil des Drehmoments auf die Hinterachse, sobald die Vorderräder die Haftung verlieren. Ordentlich durchgeschüttelt wird man schon, aber der Vivaro wühlt sich selbst im rutschigen Schlamm den Berg hinauf, ohne auf den Modus R-Lock zu schalten, der die Hinterachse sperrt. Wenn selbst das nicht mehr hilft, gäbe es optional noch eine mechanische Differentialsperre.

Drei Längen, aber nur eine Dachhöhe

Opel Vivaro mit Allradantrieb

Die dritte Generation des Opel Vivaro weiß aber auch ohne Allradantrieb mit einigen sehr praktischen Details zu überraschen. Besonders gelungen erscheint die Durchlademöglichkeit auf der Beifahrerseite. Der rechte Sitz lässt sich im Handumdrehen über eine Zugschlaufe nach oben klappen. Das geht so bequem, wie man es von der Rücksitzlehne im Pkw kennt. Und sogar an die Ladungssicherung für das lange Transportgut – in der Regel werden das lange Rohre oder Leisten sein – haben die Entwickler gedacht. Im Fußraum des Beifahrers befindet sich dafür eine Zurröse.

Erstmals wird es den Vivaro in drei statt zwei Längen geben (4,60, 4,95 und 5,30 m). Dafür verzichtet Opel bei seinem mittleren Transporter auf verschiedene Dachhöhen. Der auf 1,9 m leicht geschrumpfte Vivaro soll damit in jede Tiefgarage passen. Wer im Laderaum stehen will, muss bei Opel auf den Movano ausweichen, der als Einziger der drei Opel-Transporter noch in Kooperation mit ­Renault gebaut wird.

Angeboten wird der neue Vivaro in vier Grundvarianten: Kastenwagen, Doppelkabine, Kombi und Fahrgestell. Alle Motoren schlucken Diesel, erfüllen aber bis auf eine Ausnahme di e Abgasnorm 6d-TEMP. Den 1,5- Turbodiesel gibt es in Leistungsstufen mit 102 und 120 PS, den 2,0-Turbodiesel mit 122, 150 und 177 PS. Die Acht-Gang-Automatikschaltung bleibt dem stärksten Aggregat vorbehalten, alle anderen Varianten haben Sechs-Gang-Handschaltung.

Mehr Zugkraft

Opel Vivaro mit Allradantrieb

Zugelegt hat der Vivaro sowohl bei der Nutzlast als auch bei der Anhängelast. Abhängig von der Modellvariante können bis zu 1.400 kg geladen werden, vier Zentner mehr als bisher. Die Zugkraft steigt um 500 kg auf 2.500 kg, die der Vivaro auch im Allradbetrieb an den Haken nehmen kann. Nettes Extra: Gegen Aufpreis lassen sich die seitlichen Schiebetüren für den Laderaum elektrisch öffnen, wenn keine Hand frei ist sogar per Fußbewegung.

Für mehr Komfort im Cockpit sorgt unter anderem ein Head-up-Display, das die wichtigsten Informationen bereithält, ohne dass der Fahrer den Blick von der Straße abwenden muss.

Insgesamt ist der neue Vivaro wieder ein Stück näher an den Pkw gerückt. Um die eigentliche Pkw-Variante besser vom Nutzfahrzeug abzugrenzen, firmiert diese künftig unter dem Namen Zafira Life. Ausgeliefert wird der neue Vivaro ab Spätherbst zu Einstiegspreisen von 25.000 Euro netto für den kleinen Kasten. Die Doppelkabine gibt es ab 27.800, den Kombi ab 26.250 Euro.

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