Branche -

Digitalisierung im Fleischerhandwerk Online einkaufen – auch Fleisch und Wurst

Die Fleischerbetriebe in Deutschland wollen mit digitalen Angeboten verstärkt neue Kunden gewinnen. Es gibt bereits einige Betriebe, die neue Methoden ausprobieren. Doch noch steht die Entwicklung am Anfang.

Online-Shops, Bestellung per Smartphone und twittern für den Betrieb – Die Digitalisierung ist immer weiter auf dem Vormarsch. Auch für das Handwerk ergeben sich daraus viele Chancen. Das gaben 83 Prozent der Führungskräfte von Handwerksorganisationen in einer Sonderumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks an. Der Deutsche Fleischer-Verband setzte sich auf dem Fleischer-Verbandstag in Saarbrücken mit dem Thema auseinander, wie das Thema Digitalisierung in den Betrieben umgesetzt werden kann.

Bestellung per Smartphone

Ein Ziel seien beispielsweise Bestellungen per Smartphone, sagte Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband der Deutschen Presse-Agentur. Im Idealfall könnten Verbraucher Fleisch und Wurst dann auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten abholen - etwa in speziellen Kühlfächern, die sich per Handycode öffnen lassen. Auf dem Deutschen Fleischer-Verbandstag in Saarbrücken wurde ein Fleischerbetrieb aus Trier für ein derartiges Konzept mit einem Preis ausgezeichnet.

Externe Dienstleistung nutzen

Eine andere Möglichkeit ist es laut Jentzsch, das Angebot von externen Lieferdiensten wie beispielsweise Lieferando zu nutzen. Vor allem für kleine Betriebe sei es sehr schwierig, ein eigenes Liefernetz aufzubauen. Auf diese Weise könnte man von einem bereits bestehenden Netz profitieren. Inzwischen gibt es auch viele Restaurants, die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Online-Shop nimmt immer mehr zu

Der Online-Shop ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und in den Betrieb zu integrieren. Nach dem aktuellen Jahresbericht des Fleischverbandes macht der Umsatz durch den Online-Shop bereits 3,5 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Über zehn Prozent der Betriebe aus dem Fleischerhandwerk nutzen diese Verkaufsmöglichkeit bereits regelmäßig.

Veränderten Verbrauchergewohnheiten anpassen

Langfristiges Ziel der Digitalisierung ist es, dass sich Betriebe den veränderten Verbrauchergewohnheiten anpassen. Wichtig ist es dabei laut Jentzsch, zwischen städtischen und ländlichen Regionen zu unterscheiden. "Insgesamt stehen wir erst am Anfang der Entwicklung, diese nimmt aber immer mehr zu", sagt Jentzsch. Viele Betriebe experimentieren bereits mit digitalen Methoden, indem sie beispielsweise die Produktion vom Mobiltelefon aus überwachen oder kostenloses Internet in ihren Verkaufsstellen anbieten. Auch das soziale Netzwerk bietet vielfältige Möglichkeiten. So veröffentlicht die Metzgerei Heininger aus Frankfurt beispielsweise jeden Tag ihr Mittagsmenü auf Facebook und Twitter. aro

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten