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Schlafende Automobile in Kassel zu sehen Oldtimer-Ausstellung zeigt Hochglanzkarossen neben Rostlauben

In Kassel werden "schlafende Automobile" zum Leben erweckt. Vom 1. Mai bis 31. Juli ist im Rahmen der 1100-Jahrfeier der Stadt eine außergewöhnliche Oldtimer-Ausstellung zu sehen. Gezeigt werden 40 Autos aus der legendären Sammlung der Gebrüder Schlumpf, die noch nie öffentlich ausgestellt wurden.

Oldtimer-Ausstellung in Kassel
Richard Keller, Chefkonservator im Automobil-Museum Mulhouse, in einem Isotta-Fraschini 8A (Baujahr 1926). -

Über den Umgang mit Oldtimern wird heftig debattiert. Sollen bei der Restaurierung bevorzugt historisch korrekte Materialien und Arbeitstechniken angewandt werden oder soll dabei die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge im Vordergrund stehen? Die Diskussion über die Restaurierungsethik wird von der Ausstellung in Kassel weiter angestachelt. Denn zu sehen sind Oldtimer in verschiedenster Ausprägung: Manche sind toprestauriert und fahrbar, andere gleichen eher einem Schrotthaufen. Sündhaft teuer sind sie alle.

Schlafende Automobile bei Oldtimer-Ausstellung in Kassel zu sehen

"Einige der 40 ausgestellten Autos waren seit 80 Jahren unberührt", schwärmt Heinz W. Jordan, der gemeinsam mit Dietrich Krahn 2005 nach mehr als einem halben Jahrhundert das historische Herkules-Bergrennen in Kassel wiederbelebt hat. Den beiden Oldtimer-Enthusiasten ist es gelungen, über ihre Kontakte in die Partnerstadt Mulhouse in die Remise des französischen Nationalmuseums "Cité de l´Automobile" vorzudringen. Was sie dort zu sehen bekamen, lässt das Herz eines jeden Oldtimerfans höher schlagen.

Automuseum in Mulhouse öffnet Archive

Rund 200 historische Fahrzeuge schlummern in den Katakomben der größten Oldtimer-Ausstellung der Welt vor sich hin. "Das Problem einer Sammlung ist es, sie lebendig zu machen", sagt der Chefkonservator des Museums im Mulhouse, Richard Keller. Er war deshalb schnell für die Idee gewonnen, die "schlafenden Automobile" für eine Ausstellung zur 1100-Jahrfeier von Kassel vorübergehend zum Leben zu erwecken.

Oldtimer-Ausstellung in Kassel
© Foto: Ulrich Steudel

Und da stehen sie nun, historisch korrekt in einer in den 30er Jahren erbauten Industriehalle der ehemaligen Spinnfaser AG in einem ähnlichen Ambiente, wie sie bei ihren einstigen Besitzern, den Tuchfabrikanten Fritz und Hans Schlumpf, geparkt worden waren.

Der Zustand der Exponate könnte unterschiedlicher nicht sein: Den Hispano Suiza (Baujahr 1933), von dem insgesamt nur 2250 Stück gebaut wurden, haben die Gebrüder Schlumpf 1977 bis auf die Sitze vollständig restauriert. Dagegen zeigt der Geoge Roy (Baujahr 1912) deutliche Spuren der Vergänglichkeit. Bei einigen Fahrzeugen klebt noch der Dreck der Straße unter den Kotflügeln.

Seite 2: Die "Charta von Turin" stellt erstmals internationale Regeln für die Oldtimer-Restaurierung auf

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