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Reise Spezial: Tannheimer Tal Mit Schneeschuhen zum Schönkahler

Schneebedeckte Zweige, weiße Gipfel und idyllische Ruhe. Eine Wanderung mit Schneeschuhen zum Schönkahler im Tannheimer Tal ist etwas für jedermann der abseits der Skipiste die Natur genießen möchte.

Mit Schneeschuhen zum Schönkahler
Auf dem Weg zum Schönkahler grüßt der Gipfel des Einsteins. -

Immer mehr Menschen möchten im winterlichen Gebirge die Landschaft abseits vom Halligalli der Skipisten genießen. Wanderungen mit Schneeschuhen bieten dieses Vergnügen auch jenen, die nicht mit skifahrerischem Talent gesegnet sind.

Den unbekümmerten Naturgenuss kann dann nur noch die Lawinengefahr trüben. Aber keine Angst, nicht jede Tour führt in so steiles Gelände, dass gleich der Abgang von Schneebrettern droht. Wer vom Tannheimer Tal aus zu einer Schneeschuhwanderung zum 1.688 m hoch gelegenen Schönkahler aufbricht, hat den gefährlichsten Teil der Tour nach der Anfahrt zum Ausgangspunkt schon hinter sich.

Tannheimer Tal
© Stolz

Gasthof Zugspitzblick in Zöblen

Der Gasthof Zugspitzblick – mit grandioser Aussicht 200 m hoch über dem Ort Zöblen gelegen – ist nur über eine enge Straße zu erreichen, auf der ein Ausweichen vor dem Gegenverkehr bei guter Schneelage mit etwas Nervenkitzel verbunden ist. Wer darauf verzichten möchte, kann freilich schon in Zöblen starten, sollte für den Aufstieg aber mindestens 20 bis 30 Minuten zusätzliche Gehzeit einplanen. Hinter dem Zugspitzblick, der vor allem eine herrliche Aussicht über das Tannheimer Tal und die gegenüberliegende Bergkette mit Rohnenspitze, Ponten und Bschießer bietet, taucht die Route zunächst in ein Waldstück ein. So muss es in Kanada sein, sinniert ein noch etwas unbeholfen dahinstaksender Schneeschuhgänger mit hörbar berlinerischem Akzent.

Mit Schneeschuhen zwischen Allgäu und Tirol

In Kanada würde er wohl nicht so viele Leute treffen wie hier im deutsch-österreichischen Grenzgebiet, wo auf dem Gipfel des Schönkahlers das Allgäu und Tirol direkt aufeinanderstoßen. Dafür bietet die inzwischen recht häufig begangene Route den Vorteil, dass stets eine Spur den Weg weist, in der winterlichen Landschaft ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Denn die meisten Wegmarkierungen verstecken sich unter dem Schnee, selbst die zwei Meter hohen Wegweiser an den Kreuzungen ragen nur noch um wenige Zentimeter aus der weißen Pracht.

Bald gibt der Wald wieder den Blick auf die Berge frei. Von rechts grüßt der 1.866 m hohe Gipfel des Einsteins, der aufgrund seines freien Standortes auf der nördlichen Talseite einen imposanten Eindruck vermittelt. Dann beginnt der Aufstieg zum Pürschling, ähnlich hoch wie der Schönkahler, dessen Gipfel in Sichtweite schon greifbar nahe scheint.

Wem das schon genug Kanada ist, der kann jetzt den Rucksack öffnen und die verdiente Brotzeit genießen. Der Rest marschiert weiter zum Schönkahler, um das Wintervergnügen noch ein bisschen auszudehnen.

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