Schwaben -

Meister-Prüfer Ohne Ehrenamt läuft’s nicht

Die Prüfer in den Meisterprüfungsausschüssen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) erfüllen eine äußerst wichtige Aufgabe. Sie entscheiden letztendlich über die Note und wer fähig ist, den Meistertitel zu tragen. Und sie tun dies ehrenamtlich.

Jahr für Jahr machen zwischen 500 und 600 Handwerker in Schwaben ihren Meister. Der Meister ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, eine Marke, die weltweit Anerkennung findet. In manchen Gewerken kommen die Teilnehmer bis aus Japan, um diesen Titel zu erwerben. Damit die Qualität des Meistertitels konstant hoch bleibt, müssen die Lehrinhalte kontinuierlich angepasst werden.

Prüfer mit Berufserfahrung

Deshalb müssen die Prüfer alle aktuellen Entwicklungen des Gewerks im Blick haben und die Prüfungsinhalte weiterentwickeln, damit die Qualität und das Niveau der Prüfung stimmen. Die Prüfer in den Meisterprüfungsausschüssen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) erfüllen daher eine äußerst wichtige Aufgabe. Wie auch Michael Königsberger.

Der selbstständige Maler- und Lackierermeister aus Oberottmarshausen im Süden von Augsburg engagiert sich seit sieben Jahren im Meisterprüfungsausschuss seines Gewerks. Königsberger, der auch in seiner Freizeit ehrenamtlich aktiv ist – unter anderem als zweiter Vorstand beim Trachtenverein Königsbrunn – ist überzeugt von der großen Bedeutung des Ehrenamts: „Ohne Ehrenamt würde es in vielen Bereichen hier in Schwaben oder in ganz Deutschland nicht funktionieren. Das Ehrenamt prägt unser Leben in der Freizeit, ist aber eben auch im Handwerk von enormer Bedeutung.“

Besonders wichtig ist es für Michael Königsberger, der seit 23 Jahren selbstständig ist, dass ein Prüfer viel Erfahrung in seinem Beruf hat: „Durch die Tatsache, dass ich mich tagtäglich mit den unterschiedlichsten Facetten des Maler- und Lackiererberufs beschäftige, kann ich besser beurteilen, welche Meisterarbeit mit wirklichem Können und guter Technik angefertigt wurde und bei welcher Arbeit Defizite vorhanden sind.“

Auch die soziale Komponente spielt für Königsberger eine entscheidende Rolle. Sie kommt vor allem bei den Fachgesprächen zum Tragen, wo der Meisterprüfling sich in seinem theoretischen Fachwissen beweisen muss. „Manchmal sind die Prüflinge auch etwas aufgeregt und nervös und tun sich deswegen schwer, ihr Wissen gut zu präsentieren und ordentlich zu formulieren.

Hier muss man als Prüfer natürlich etwas beruhigend einwirken. Schließlich geht es für den jungen Menschen, der vor einem steht, um sehr viel. Darüber muss man sich immer klar sein“, erklärt Königsberger. Auf der anderen Seite müsse man aber auch eine gewisse Strenge walten lassen, damit die Qualität des Meistertitels nicht verwässert werde: „Der Meister ermöglicht den Schritt in die Selbstständigkeit. Jeder, der diesen Titel in der Tasche hat, kann sein eigenes Unternehmen aufmachen und darf andere junge Menschen auch selbst ausbilden. Vor allem deswegen ist es wichtig, dass wir das Niveau hoch halten und bei Prüfungen genau hinsehen“, verdeutlicht Königsberger.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten