Mobilität -

Elektromotor auf Nutzfahrzeuge zugeschnitten Start-up I see rüstet Opel Vivaro und Movano mit E-Antrieb aus

Ein Start-up namens I See Electric Trucks will die Transporter von Opel für nachhaltige Mobilität flottmachen. Das Offenbacher Unternehmen rüstet Vivaro und Movano mit Elektroantrieb aus.

Beide Modelle werden mit Batteriegrößen von 40 oder 55 kWh angeboten. Damit könne eine Reichweite von bis zu 200 km erzielt werden, was für die meisten Transportaufgaben im Handwerk ausreiche, so die Umrüster. Wer weniger benötigt, kann die kleinere Batterie wählen (Reichweite bis 120 km) und damit rund 7.000 Euro Aufpreis sparen. Günstig sind die Elektrotransporter ohnehin nicht. Den e-Vivaro gibt es ab 53.990 Euro, der e-Movano soll für knapp 60.000 Euro zu haben sein.

Dafür müssen die Insassen nicht auf den üblichen Komfort verzichten, Radio und Klimaanlage sind Standard. Wem die elektrische Heizung nicht ausreicht, kann sich gegen Aufpreis eine Bioethanol-Standheizung leisten, um auch in kalten Wintern ein warmes Cockpit zu haben, ohne die Reichweite zu schmälern.

Batterien von BMZ

e-Movano

Anders als andere Hersteller übernimmt I see nach eigenen Angaben nicht einfach den Elektromotor aus einem elektrisch angetriebenen Pkw, sondern setzt auf speziell für Nutzfahrzeuge konzipierte Technik. Der 122 PS starke Motor stammt aus Kanada, die beheizbaren Batterien werden vom Batterie Montage Zentrum (BMZ) in Karlstein am Main mit Zellen von Samsung und LG konfektioniert und befinden sich unter dem Laderaum, so dass das volle Ladevolumen erhalten bleibt. Allerdings wiegen allein die Batterien rund 400 kg. Insgesamt sind von beiden Fahrzeugen 25 Modellvarianten im Angebot, vom klassischen Kastenwagen über Pritschen und Kipper oder Fahrgestell bis hin zum Kleinbus mit bis zu neun Sitzplätzen.

Für die drei I-see-Unternehmenslenker Christian von Hösslin, Andreas Pfeffer und Thomas Wächter ist das batteriebetriebene Elektrofahrzeug das bisher erfolgreichste System beim Wandel zu einer nachhaltigen Mobilität. „Unternehmen können zum Beispiel den Strom für ihre E-Transporter über eine Photovoltaikanlage auf dem Betriebsgelände in Eigenregie produzieren und speichern. Das sehen wir als eine große Chance für den deutschen Mittelstand“, sagt Christian von Hösslin.

70 Opel-Werkstätten übernehmen Service

Bei ihrem Einstieg in die E-Mobilität vertrauen die Macher von I see auf die Partnerschaft mit der Aschaffenburger Brass Gruppe, einem der größten Opelhändler Deutschlands und zugleich größter Anteilseigner des Start-ups. 70 Opelwerkstätten übernehmen Wartung und Service für die E-Transporter aus Hessen, die neben der üblichen Gewährleistung zusätzlich für Motor und Batteriepack eine Garantie über sieben Jahre (max. 250.000 km Laufleistung bzw. 1.500 Vollladezyklen) erhalten. ste

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