Chemnitz -

Umweltpreisträger Ökobilanz zum Anziehen

Hochwertige Produkte mit dem gewissen Etwas, herstellungsorientiertes Design, kurze Transportwege, regionale Zulieferer und natür­liche Materialien: Das Lifestyle-Label lumipöllö steht für angesagte Head- und Streetwear, die sich bewusst von billiger Massenfertigung absetzen will.

Made im Erzgebirge wohlgemerkt. Für seine umweltorientierte Betriebsführung und die konsequente Ausrichtung aller Prozesse an nachhaltigen Kriterien erhielt Existenzgründer Dominic Heiße im Juni den Umweltpreis der Handwerkskammer Chemnitz.

Der Textildesigner aus Drebach hatte den puristischen Schriftzug mit den zwei markanten Umlauten bereits im Kopf, als die genaue Geschäftsidee noch gar nicht feststand. Etwas Nordisches wollte der junge Gründer als Firmenname und blieb per Google-Übersetzer bei der Schnee-Eule hängen. Auf Finnisch. Inzwischen ist er seit rund zwei Jahren im Hauptberuf Firmenchef.

Begonnen hat Heiße mit Stirnbändern, als er zwischen seinem Bachelorabschluss an der Bauhaus-Universität Weimar und dem Master-Studium für Nachhaltiges Produktdesign ein wenig Leerlauf hatte. Später setzte er auf Wintermützen und schließlich auf Caps mit großem Lederpatch und dem markanten lumipöllö-Schriftzug – heute eines der wichtigsten Produkte im Sortiment des kleinen Unternehmens mit aktuell fünf Mitarbeitern.

Besonders unter Sportlern kommt lumipöllö gut an: Snowboarder, Skater, Skifahrer, Stand-up-Paddler, aber auch Moto-Crosser, Läufer oder Biker tragen das erzgebirgische Label. Weil es nachhaltig und authentisch ist, sagt Dominic Heiße. „Alle in unserem Team stehen zu einhundert Prozent hinter lumipöllö. Auch die Sportler, mit denen wir zusammenarbeiten, gehören in gewisser Weise mit zur Familie. Die bewerben lumipöllö nicht, weil sie Geld dafür bekommen, sondern weil sie die Marke und unseren Spirit einfach cool finden.“

Entsprechend inszeniert Heiße die Marke, aber nicht sich selbst, bleibt als Person lieber im Hintergrund. Stattdessen setzt der Endzwanziger mit perfektionistischer Konsequenz auf sein durchweg nachhaltiges Konzept. In puncto Umweltfreundlichkeit sei es entscheidend, den gesamten Entwicklungs- und Herstellungsprozess zu berücksichtigen, um die tatsächliche CO2-Bilanz eines Produkts beurteilen zu können.

Je nach gewünschter Stückzahl, Lieferzeit, benötigten Maschinen und Werkzeugen entscheide er mit seinem Team bei jedem Produkt neu, ob es komplett bei lumipöllö gefertigt oder in Teilen oder als Ganzes zugekauft werde, falls eine komplette Neuentwicklung ökologisch keinen Sinn macht. Auch das bedeutet für ihn Nachhaltigkeit, so Heiße.

Neben der eigenen Kollektion bietet lumipöllö unter dem Label „unique+“ Unternehmen oder Vereinen hochwertige und individuelle Werbeprodukte aus Textil an. Die Muster werden direkt bei lumipöllö gefertigt, um auch hier kurze Wege und eine umweltfreundliche Produktion zu ermöglichen.

Dass er in jedem Fall auf ökologische und nachhaltige Materialien wie Baumwolle, Naturfilz oder Echtleder setzt, versteht sich von selbst. Zudem legt Heiße viel Wert auf Qualität und Handwerk: Wo lumipöllö draufsteht, steckt auch Handarbeit drin.

Je nach Fertigungsanteil steht auf jedem Produkt, wie viel „made in Germany“ prozentual gemessen an der Arbeitszeit ein Produkt tatsächlich aufweist. Alle Erzeugnisse mit weniger als 50 Prozent Produktionsanteil bekommen demnach ein Etikett mit dem Hinweis „handveredelt in Deutschland“. Das Label setzt auch in diesem Punkt voll und ganz auf Konsequenz und Transparenz.

lumipöllö.com

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