Oberfranken -

Digitalisierung Oberfränkisches Handwerk im digitalen Wandel

Eine Umfrage unter oberfränkischen Handwerksbetrieben zu Digitalisierungsmaßnahmen zeigt: Die Digitalisierung der Betriebe im oberfränkischen Handwerk nimmt weiter Fahrt auf.

Die Handwerksbetriebe in Oberfranken digitalisieren ihre betriebsinternen Abläufe in Planung, Einkauf, Produktion oder Logistik immer stärker. Auch die Interaktion mit Lieferanten, Kooperationspartnern und Kunden wird häufiger digital abgewickelt. Der Kunde, ganz gleich ob privat oder gewerblich, stellt zunehmend neue Erwartungen an Produkte, Dienstleistungen und Kommunikation. Darüber hinaus können die neuen digitalen Technologien eine Angebotserweiterung bzw. Anpassung des bestehenden Geschäftsmodells an verschiedene Kundengruppen erfordern bzw. ermöglichen.

Um aktuelle Daten über den Fortschritt der Digitalisierung im oberfränkischen Handwerk zu gewinnen, hat die Handwerkskammer für Oberfranken im Zuge der Konjunkturberichterstattung eine Umfrage zum Thema Digitalisierung oberfränkischer Handwerksbetriebe durchgeführt.

Handwerksbetriebe befassen sich intensiv mit der Digitalisierung

„Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass sich viele Handwerksbetriebe intensiv mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen befassen. Nach wie vor bestehen bei der Digitalisierung im Handwerk aber noch Hürden“, fasst Rainer Beck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, die Ergebnisse zusammen. „Besonders erfreulich ist, dass die Wahrnehmung unseres Kompetenzzentrums Digitales Handwerk im Vergleich zu 2016 weiter zulegen konnte.“ Das Interesse der Betriebe an Digitalisierungsthemen ist ungebrochen hoch.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage im Überblick

Eine deutliche Mehrheit der befragten Betriebe räumt der Digitalisierung eine Bedeutung für den eigenen Betrieb ein (73 %). Allerdings wird diese von nur 5 % als sehr hoch und von weiteren 29 % als hoch eingeschätzt. Dennoch betrachtet fast jede/r dritte befragte Betriebsinhaber/-in im Handwerk (32 %) die Digitalisierung als Chance und nur jeder Zwanzigste (6 %) als Risiko. Ebenso hat mehr als jeder vierte Handwerksbetrieb (28 %) in den vergangenen zwölf Monaten in die Digitalisierung investiert. Im Vergleich zu 2016 ist der Anteil nahezu konstant geblieben (29 %). Dabei lagen die Investitionsschwerpunkte bei den Geschäftsprozessen und im Bereich des Datenschutzes bzw. der Cybersicherheit.

Die Effekte der bisher durchgeführten Digitalisierungsmaßnahmen wurden von einem großen Teil als positiv bewertet (35 %). Weitere 35 % brauchen noch Zeit, um die Effekte beurteilen zu können. Nur 2 % der Befragten bewerten die Effekte bereits durchgeführter Digitalisierungsmaßnahmen als negativ.

In den nächsten zwölf Monaten planen 32 % der Betriebsinhaber, Digitalisierungsmaßnahmen umzusetzen. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als bei der Befragung im Jahr 2016. Geplant sind dabei insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Geschäftsprozesse, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie Maßnahmen zur Erschließung neuer Kundenkreise.

Als Hürden für die Digitalisierung werden vor allem fehlende personelle und zeitliche Ressourcen (52 %) sowie ein fehlender Mehrwert für Betriebe und Kunden (36 %) genannt.

Ein Viertel der befragten Betriebe wünscht sich zusätzliche Informations- und Unterstützungsangebote, insbesondere im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit.

Mittlerweile kennt ein Drittel der befragten Betriebe (33 %) das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk an der Handwerkskammer für Oberfranken. 2016 waren es noch gut 5 Prozentpunkte weniger.

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