Deutschland -

DIW-Studie Nur wenige Deutsche denken ernsthaft ans Auswandern

Trotz teilweise besserer beruflicher Aussichten sind nach einer Studie nur wenige Deutsche ernsthaft zum Auswandern bereit.

Zwar kann sich ein Viertel nach einer Studie des "Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)" prinzipiell vorstellen, für längere Zeit oder gar für immer in anderen Ländern zu leben. Allerdings gäben nur zwei Prozent an, tatsächlich in den nächsten zwölf Monaten einen Umzug zu planen. Und nur knapp die Hälfte von ihnen habe vor, der Heimat für immer den Rücken zu kehren.

Anzeichen für eine verstärkte Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte, den sogenannten "brain drain", fanden die Forscher den Angaben zufolge nicht. "Einen nennenswerten, dauerhaften 'brain drain' können wir nicht feststellen", sagte Jürgen Schupp, Mitautor der Studie. Außerdem spiele Arbeitslosigkeit keine eigenständige Rolle bei der Entscheidung, die Heimat zu verlassen.

Am häufigsten denken laut Studie Selbstständige darüber nach, Deutschland den Rücken zu kehren. Hochschulabsolventen trügen sich dagegen trotz hoher Mobilität eher selten mit dauerhaften Auswanderungsplänen.

Der Rekordzahl von etwa 155.000 ausgewanderten Deutschen 2006 steht laut Studie eine ähnlich hohe Zahl von Rückkehrern gegenüber. Künftig werde zwar mit einer verstärkten Wanderungsbereitschaft zu rechnen sein, aber auch mit einem wachsenden Rückstrom. Nicht das Auswandern für immer, sondern der längere Auslandsaufenthalt stünden für einen neuen Trend. Zu den beliebtesten Zielen gehörten dabei nicht Regionen in Übersee, sondern europäische Länder.

ddp

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten