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Steuer aktuell Notfallbeihilfe für Mitarbeiter in Not

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern in einer Notlage finanziell aushelfen wollen, können auf die Notfallbeihilfe zurückgreifen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden 600 Euro steuerfrei ausbezahlt.

Befindet sich ein Mitarbeiter in einer finanziellen Notlage, können Sie ihm als Arbeitgeber mit Hilfe des Finanzamts finanziell unter die Arme greifen. Die Rede ist von der so genannten Notfallbeihilfe in Höhe von 600 Euro pro Jahr, die Sie unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei auszahlen dürfen. Es können in Einzelfällen sogar mehr als 600 Euro steuerfrei bezahlt werden.

Ist der Ehepartner eines Mitarbeiters verstorben und der Mitarbeiter kämpft mit den finanziellen Folgen dieses Todesfalls, handelt es sich um eine Notlage, bei der der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter steuerfrei helfen kann (§ 3 Nr. 11 EStG; R 3.11 Abs. 2 Satz 4 LStR). Die Notstandsbeihilfe in Höhe von 600 Euro bleibt vor allem in den folgenden Fällen steuerfrei:

  • Im privaten Umfeld des Mitarbeiters kommt es zu Krankheits- oder Unglücksfällen.
  • Es stirbt ein naher Angehöriger des Mitarbeiters.
  • Der Mitarbeiter erleidet aufgrund höherer Gewalt Vermögensverluste (Diebstahl, Naturkatastrophe).
  • Der Mitarbeiter wird aus einer Bürgschaft in Anspruch genommen.

Nachweise im Lohnkonto aufbewahren

Zahlen Sie einem Mitarbeiter eine Notstandsbeihilfe nach § 3 Nr. 11 EStG in Höhe von 600 Euro, ist das bei einer anstehenden Lohnsteuerprüfung garantiert ein Prüfungsthema. Aus diesem Grund sollten Sie schriftliche Unterlagen beim Lohnkonto aufbewahren, die beweisen, dass bei dem Mitarbeiter ein Notfall vorlag. Beschäftigen Sie weniger als fünf Mitarbeiter, ist die Lohnsteuerfreiheit der Notstandsbeihilfe durch den Nachweis des Notfalls gesichert.

Bei fünf oder mehr Mitarbeitern im Handwerksbetrieb müssen für die Steuerfreiheit zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein (siehe hierzu R 3.11 Abs. 2 Satz 1 Nrn. 1 bis 3 LStR).

Wann sind mehr als 600 Euro Notfallbeihilfe steuerfrei möglich?

Tipp: Ausnahmsweise darf ein Arbeitgeber in besonderen Notfällen sogar mehr als 600 Euro steuerfrei an den Mitarbeiter auszahlen. Bei der Beurteilung, ob ein solcher Notfall vorliegt, sind die Einkommensverhältnisse und der Familienstand des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Möchten Sie mehr als 600 Euro steuerfrei auszahlen, sollten Sie den Sachverhalt vom Finanzamt prüfen lassen. Dazu empfiehlt es sich, beim Finanzamt die Erteilung einer Anrufungsauskunft nach § 42e EStG zu beantragen. Dieser Auskunftsservice bietet zwei Vorteile: Er ist kostenlos und er bringt Rechtssicherheit. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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