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Ausbildungsbilanz im Handwerk Noch nie so viele unbesetzte Lehrstellen

Handwerksbetriebe können ihre Lehrstellen immer schlechter besetzen. "Wir haben 2012 mit 15.000 frei gebliebenen Lehrstellen so viele registriert wie noch nie", fasst ZDH-Präsident Otto Kentzler die Bilanz der einzelnen Handwerkskammern zum Jahresende zusammen. Im Jahr zuvor waren es noch 11.000 gewesen. Noch immer gibt es in allen Regionen und zahlreichen Berufen freie Ausbildungsplätze.

Unbesetzte Lehrstellen
In allen Regionen und zahlreichen Berufen gibt es noch unbesetzte Lehrstellen. Derzeit sind es insgesamt 15.000. -

Insgesamt ist die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge bis zum Jahresende auf 149.700 angestiegen. Wie es beim ZDH weiter heißt, wurde im Westen ein Minus von 3,4 Prozent und im Osten von 6,7 Prozent an Ausbildungsverträgen verzeichnet. Insbesondere in Ostdeutschland sei das Minus auf einen dramatischen Rückgang der Schulabgängerzahlen zurückzuführen, hieß es.

Neue Berufsfelder sollen Aufschwung bringen

Auch in den westdeutschen Bundesländern habe es bis auf die Stadtstaaten Bremen und Hamburg überall einen leichten Rückgang gegeben.

Wenn die Situation so schlecht bliebe, müsse das Handwerk um ausreichenden Nachwuchs bangen, sagte Kentzler. "Aber wir haben auch gute Nachrichten", fügte er hinzu. Mit neuen Berufsfeldern rund um die Themen Energiewende oder Elektromobilität sei es auch gelungen, Jugendliche für das Handwerk zu begeistern.

Teilweise kämen die Betriebe mit dem disziplinlosen verhalten mancher Auszubildenden nicht klar, sagte Kentzler. "Zahlreiche Handwerkskammern beobachten, dass Ausbildungsverträge vermehrt von Seiten der Betriebe aufgelöst werden." Oft seien unentschuldigte Fehlzeiten der Grund.

Viele schulische Schwächen

Sollte es weniger an Disziplinlosigkeit und eher an schulischen Schwächen liegen, böten die Betriebe aber gerade schwächeren Schülern von der Nachhilfe für die Schule bis zum Coaching durch ehemalige Mitarbeiter ganz unterschiedliche Unterstützung an, erklärt der Handwerkspräsident.

Vor allem in Städten fänden sich Schulabgänger mit schwachen Abschlüssen, ohne Berufsorientierung und wenig ausgeprägten sozialen Kompetenzen. Der Beratungsaufwand der Handwerkskammern und der Unterstützungsbedarf durch die Ausbilder hätten sich zuletzt dadurch deutlich erhöht.

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