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Ausbildung im Handwerk Noch 30.000 Lehrstellen offen

Das Handwerk kann seine Ausbildungsplätze nicht besetzen. "Die Situation ist sehr bedenklich", sagt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Die Gründe dafür unterscheiden sich auch regional.

Die Handwerksbetriebe haben einen Monat vor Beginn des neuen Ausbildungsjahrs noch viele Lehrstellen offen. "Wir haben noch 30.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. Das sind rund 3.000 mehr im Angebot als im vergangenen Jahr", sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, in einem Interview mit der "Südwest Presse". Bis Ende Juni seien bundesweit 58.311 neue Lehrverträge abgeschlossen worden.

Im vergangenen Jahr konnten letztlich 15.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. "Wir befürchten, dass uns das auch in diesem Jahr nicht gelingen wird", so Wollseifer. Die Situation sei "sehr bedenklich".

Imagekampagne als Gegenmaßnahme

Nach Ansicht Wollseifers gibt es verschiedene Gründe für diese Situation. In wirtschaftlich starken Regionen wie Baden-Württemberg seien Großunternehmen und starke Mittelständler natürlich Ausbildungskonkurrenz gegenüber dem Handwerk. Zudem gebe ganz allgemein bundesweit immer weniger Schulabgänger.

Und hinzu kommt noch ein gesellschaftliches Phänomen: Immer mehr junge Leute gingen aufs Gymnasium. Der Druck von Eltern und Gesellschaft verstärke sich, dass sie studieren, statt eine berufliche Ausbildung zu machen.

Als Gegenmaßnahmen nannte Wollseifer unter anderem die Imagekampagne, die das Erscheinungsbild des Handwerks in der Öffentlichkeit und unter Jugendlichen verbessere. dhz

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