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Handwerker im Halbfinale Ninja Warrior 2018: "Ein dicker Oberarm bringt nichts"

Als Handwerker ist man bei Ninja Warrior im Vorteil. Davon sind Anlagenmechaniker Thomas Knab und Dachdecker Simon Sielemann überzeugt. Vor dem Halbfinale, heute um 20:15 Uhr bei RTL, verrieten die Beiden, vor welchem Hindernis sie den größten Respekt haben.

350 Athleten, die sich vor einem Millionen-Publikum durch einen Parcours aus Ring-Schaukeln, Hängeträgern und anderen Hindernissen hangeln – das gibt es nur bei RTL. Seit dem 21. September läuft die dritte Staffel "Ninja Warrior Germany". Das Ziel der Wettkampf-Show, die ursprünglich aus Japan kommt, ist es unterschiedliche Hindernis-Parcours schneller als die Mitstreiter zu absolvieren. Um weit zu kommen, brauchen die Teilnehmer Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit.

56 Ninja Warrior haben die Vorrunden überstanden, darunter der 21-jährige Dachdecker Simon Sielemann und der 22-jährige Anlagenmechaniker Thomas Knab. Im heutigen Halbfinale kämpfen sie um einen Platz im Finale, das am 16. November ausgestrahlt werden soll. Wie sie sich vorbereitet haben und welches Hindernis sie am meisten scheuen, verrieten die Beiden im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ).

Ninja Warrior 2018: "Die Hindernisse an sich waren kein Problem"

DHZ: Wie war die Show bisher für euch?

Thomas Knab: Die Parcours machen richtig Spaß, vor allem vor Publikum. Wenn so viele Menschen zuschauen, möchte man auf gar keinen Fall einen Fehler machen – das spornt an. Der beste Moment war dann, als ich den zweiten Buzzer für die Halbfinalqualifikation gedrückt habe. Ich wusste, dass vor mir kaum einer oben stand.

Simon Sielemann: Ich mag die Herausforderung. Dann das ganze Adrenalin, zig Kameras, die auf einen gerichtet sind, da ist man vor dem Start schon mächtig aufgeregt. Aber sobald man das erste Hindernis geschafft hat, ist man wie im Tunnel. Man bekommt nichts mehr mit von den Zuschauern. Mir hat es so großen Spaß gemacht, dass ich mich jetzt schon für die nächste Show angemeldet habe.

DHZ: Was muss man mitbringen, um bei Ninja Warrior Germany erfolgreich zu sein?

Thomas Knab: Zum einen braucht man genug Kraft, um sich möglichst lange festhalten zu können. Zum anderen aber auch Koordination, um Hindernisse wie die Rasierklingen zu überstehen. Größe ist zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Wichtiger ist, dass die Kraft gut auf den Körper verteilt ist. Ein dicker Oberarm bringt nichts, wenn man nicht weit genug springen kann.

Anlagenmechaniker Thomas Knab im Ninja-Warrior-Parcours

Sielemann: Eine gute Kraftausdauer ist wichtig und natürlich Kondition. Aber auch die nötige Willensstärke ist entscheidend. Man muss schon gewinnen wollen, sonst hat man keine Chance.

DHZ: Was meint ihr, hat man es als Handwerker leichter im Parcours?

Knab: Ich denke, dass mir die Erfahrung in meinem Job hilft, auf Probleme intuitiv richtig zu reagieren. Mein Arbeitsalltag stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Wenn ich etwas zum ersten Mal mache, muss ich schnell improvisieren können und die passende Lösung finden. Das kommt mir bei Ninja Warrior zugute.

Sielemann: Ich denke schon, weil der Berufe im Handwerk oft anstrengend und körperlich fordernd sind. Durch meinen Beruf als Dachdecker bringe ich viel Kraft und einen guten Gleichgewichtssinn mit. Das sind beste Voraussetzungen für Ninja Warrior.

DHZ: Kann man für Ninja Warrior trainieren?

Knab: Wie der Parcours tatsächlich aussieht, erfährt man leider erst am Tag zuvor. Ich denke aber, das Bouldern das beste Training ist. Das zeigen auch die Ergebnisse in der Show. Die meisten Teilnehmer, die gut abschneiden, gehen regelmäßig bouldern. Ich für meinen Teil bin dreimal die Woche. Dadurch bekomme ich viel später Kraftprobleme, im Optimalfall gar nicht. Vor dem Halbfinale habe ich mir vorgenommen, nochmal verstärkt an meiner Koordination zu arbeiten.

Sielemann: Ich gehe seit Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio, das hab ich auch weiterhin gemacht. Außerdem bin ich Kunstradfahrer, das hilft natürlich auch. Ansonsten habe ich nicht viel zusätzlich trainiert.

DHZ: Welches war das bisher schwerste Hindernis?

Knab: Viele hatten ja Probleme mit den schwingenden Flügeln. Ich hatte eher Schwierigkeiten bei Hindernissen, über die man laufen musste. Gerade bei den Rasierklingen oder Bällen hatte ich schon teils Glück, dass ich drüber gekommen bin.

Sielemann: Die Hindernisse an sich waren kein Problem, nur die Wand zum Schluss hat mir Schwierigkeiten bereitet. Ich bin immer wieder abgerutscht und nicht hochgekommen. Ich hatte einfach die falschen Schuhe an und keinen Grip. Das Ende des Parcours finde ich prinzipiell am schwierigsten. Wenn die Kraft weniger wird, dann ist es auch anstrengender durchzukommen. Da kommt es dann auf die Willensstärke an.

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