Betrieb -

Gehaltstransparenz Nicht genug Bewerbungen? Daran könnte es liegen

Im Handwerk herrscht bekanntermaßen akuter Fachkräftemangel. Das Ergebnis einer Umfrage der Jobsuchmaschine Adzuna zeigt jetzt, wie sich Betriebe mit einer einfachen Maßnahme von ihren Wettbewerbern auf dem Stellenmarkt abheben können.

Die Jobsuchmaschine Adzuna befragte 552 Erwerbssuchende aus ihrer Arbeitnehmer–Datenbank, wie wichtig ihnen Gehaltstransparenz in Stellenanzeigen ist. Dabei ließen sie Befragte zwischen zwei fast identischen Stellenanzeigen wählen, die nur einen Unterschied hatten: eine hatte Angaben zum Gehalt, die andere nicht. 60 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie sich für das Stellenangebot mit der Angabe zum Gehalt entscheiden würden. Nur 20 Prozent würden die Anzeige ohne Angabe der Vergütung auswählen. Für die restlichen Befragten spielte die Info keine Rolle. Gehaltstransparenz ist also ein wichtiger Faktor, wenn sich Erwerbssuchende für ein Stellenangebot entscheiden.

Warum eine Gehaltsangabe wichtig ist

Die Befragten, die sich für das Inserat mit Gehaltsangabe entschieden, gaben dafür auch verschiedene Gründe an. 44 Prozent sehen darin eine verbesserte Position bei Gehaltsverhandlungen, 34 Prozent die Möglichkeit die finanziell relevanten Angebote schon im Vorfeld filtern zu können und weitere 22 Prozent würden dadurch die Verantwortung im Betrieb besser einschätzen können. 

Außerdem hätten 64 Prozent der Umfrageteilnehmer gerne Angaben über ein Mindestgehalt, da sich dadurch erkennen ließe, ob sich der Aufwand lohnt eine Bewerbung zu schreiben. Für eine grobe Gehaltsspanne, als Hinweis zur Vergütung, stimmten dagegen 36 Prozent.

In Frankreich längst etabliert

Zu den Ergebnissen sagt Inja Schneider, Country Managerin Deutschland bei Adzuna: "Was seit Jahren in Frankreich gang und gäbe ist, scheint in Deutschland geradezu revolutionär: Die eigenen Stellenanzeigen mit einer Gehaltsangabe zu versehen." Denn wie die Umfrage zeigt, kann dies ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein. Gerade auch für Betriebe, die übertariflich bezahlen, dies aber bisher nicht oder zu wenig kommunizieren, kann sich diese einfache Maßnahme auszahlen.

"Zusätzlich könnten Arbeitgeber auch von einer Zeitersparnis profitieren, da Kandidaten mit höheren Gehaltsvorstellungen bereits vorab ausgesiebt werden", fügt Schneider hinzu. sar

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten