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Neue Rechtsprechung zur 110-Euro-Freigrenze Nicht alle Kosten einer Betriebsveranstaltung zählen

Betragen die Kosten einer Betriebsveranstaltung für einen Teilnehmer mehr als 110 Euro, wird Lohnsteuer fällig und der Vorsteuerabzug ist verloren. Doch aufgrund zweier Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) dürfte das Überschreiten der 110-Euro-Freigrenze kein Thema mehr sein.

Sitzen Sie also gerade an den Planungen für die diesjährige Weihnachtsfeier, sollten Sie Folgendes beachten. Nicht alle Ausgaben gehören in die Gesamtkosten. Im ersten Schritt müssen Sie bei Überprüfung der 110-Euro-Grenze die Gesamtkosten ermitteln. Die BFH-Richter haben klargestellt, dass die Mietkosten, die Kosten für Raumdeko, das Honorar für einen Eventmanager oder die Kosten der Buchhaltung im Zusammenhang mit der Weihnachtsfeier nicht in die Gesamtkosten einzubeziehen sind (BFH v. 16.05.2013, Az.: VI R 94/10).

Lohnsteuer und Vorsteuerkürzung entfallen

Im zweiten Schritt teilen Sie nun die Kosten durch alle Teilnehmer. Insoweit hat sich hier durch die Rechtsprechung nichts geändert. Neu ist dagegen, dass die Kosten von teilnehmenden Ehegatten, Freunden und Bekannten dem Arbeitnehmer nicht mehr zugerechnet werden müssen (BFH v. 16.05.2013, Az.: VI R 7/11).

Beispiel: Handwerkerin Huber gibt für die Weihnachtsfeier ihrer Mitarbeiter 5.000 Euro aus. 1.000 Euro Saalmiete und 4.000 Euro für die Verpflegung. An der Veranstaltung nehmen 25 Mitarbeiter und 25 Angehörige der Arbeitnehmer teil. Die Gesamtkosten betragen somit zur Ermittlung der 110-Euro-Grenze 4.000 Euro. Auf 50 Teilnehmer verteilt bedeutet das Kosten je Teilnehmer von 80 Euro. Folge: Keine Lohnsteuer und keine Vorsteuerkürzung. bek

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