Sächsischer Handwerkstag -

ZDH-Präsident Wollseifer als Gastredner Neuwahlen beim Sächsischen Handwerkstag

Bäckermeister Roland Ermer aus Bernsdorf bei Hoyerswerda bleibt für die kommenden drei Jahre Präsident des Sächsischen Handwerkstages.

Bei turnusmäßigen Neuwahlen ihrer Führungsgremien votierten die Mitglieder der größten ostdeutschen Landeshandwerksorganisation am 30. Mai 2018 in Dresden für den 54-Jährigen, der auch Landesobermeister des innungsorganisierten Bäckerhandwerks im Freistaat ist. Ermer übt das Spitzenamt im Sachsen-Handwerk seit 2011 aus.

Zum Vizepräsidenten gewählt wurde Diplom-Ingenieur Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz. Wagner, Jahrgang 1959, führt hauptberuflich ein Bauunternehmen in Wechselburg (Mittelsachsen). Als Vizepräsident der Dachorganisation folgt er auf Dietmar Mothes, der nach zwei Amtszeiten für dieses Ehrenamt nicht mehr kandidiert hatte.

Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement zur Stärkung der Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe Handwerk wurde Dietmar Mothes im Rahmen der Mitgliederversammlung mit dem „Goldenen Ehrenzeichen des Sächsischen Handwerkstages“ ausgezeichnet. Mothes hatte dem Vorstand des Handwerkstages seit 2006 angehört; ab 2011 war er Vizepräsident.

Wollseifer: Ambitionierte wollen Abitur

Wollseifer

Als Gastredner auf der Mitgliederversammlung lenkte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) den Blick auf den enormen Fachkräftebedarf im Handwerk. Wollseifer warb dafür, mit attraktiven Angeboten verstärkt auf leistungswillige junge Leute zuzugehen. Um wieder mehr junge Menschen für einen praktischen Beruf begeistern zu können, müsse zur Kenntnis genommen werden, dass bei Ambitionierten „kaum noch ein Weg am Abitur vorbeiführt“, sagte Wollseifer in Dresden.

Deswegen, so der ZDH-Präsident, „müssen wir jungen Menschen das bieten, was sie wollen: die Hochschulreife und gleichzeitig eine handwerkliche Ausbildung“. Inzwischen sei das Modell des sogenannten Berufsabiturs bereits in vielen Bundesländern angelaufen. Auch Sachsen werde sich bei entsprechender Nachfrage an diesem Projekt bald mit einem Angebot für handwerkliche Metall- und Elektroberufe beteiligen.

Nach Wollseifers Worten will das Handwerk in Zukunft den Fokus noch stärker auf Kooperationen im Bildungsbereich legen. Das Spektrum reiche dabei von der Beratung von Studienabbrechern über die Vermittlung von Praktikumsplätzen sowie dualen und trialen Studiengängen bis hin zum Technologietransfer.

Ausdrücklich ermunterte der ZDH-Präsident die Handwerksunternehmer, den Osten Deutschlands zu einem „Chancenland für junge Leute mit Ambitionen“ zu entwickeln. Inhaber vieler Handwerksfirmen, die zu Beginn der 1990er Jahre gegründet wurden, seien zu einem geordneten Generationenwechsel bereit.

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