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EU-Richtlinie Neuregelung für Elektroschrott geplant

Die Europäische Union plant, das Recycling und die Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikschrott gesetzlich neu zu regeln. Die Neuregelung der EU-Richtlinie hat auch Auswirkungen auf Handwerk und Handel. So sollen künftig alle großen Elektrogeschäfte verpflichtet werden, Sammelpunkte einzurichten, an denen Verbraucher oder Handwerker ausgemusterte Kleingeräte abgeben können. Eine Verpflichtung zu einem Neukauf sei damit nicht verbunden, heißt es in Brüssel.

Heiß diskutiert wird gegenwärtig, wie im Rahmen der Neureglung der EU-Richtlinie mit ausgemusterten Solarmodulen umgegangen werden muss. Der Brüsseler DHZ-Korrespondent Hajo Friedrich sprach dazu mit dem Ingenieur Andreas Habel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) in Bonn. Der bvse vertritt als Branchendachverband und Anwalt der mittelständischen Recycling- und Sekundärrohstoffwirtschaft 660 Unternehmen in Deutschland und Europa.

DHZ: Herr Habel, die EU plant die Rücknahme und das Recycling ausgedienter Solarmodule gesetzlich zu regeln. Wie soll das geschehen?

Habel: Es ist geplant PV-Module in den Anwendungsbereich der Europäischen Elektronikschrott-Richtlinie (WEEE) aufzunehmen. Damit wird den Herstellern der Module die Finanzierungsverantwortung zur Entsorgung übertragen.

DHZ: Was bedeutet das für die Praxis?

Habel: Nun, wie die Ausgestaltung von Sammlung und Recycling konkret vorgenommen wird, werden die Mitgliedstaaten erst in nationalen Gesetzen regeln müssen. Vorstellbar ist, dass nach der Deinstallation der Handwerksbetrieb die Module bei eingerichteten Sammelstellen abgibt. Dies könnten zum Beispiel von den Herstellern zur Annahme und Recycling beauftragte Entsorgungsfachbetriebe sein.

DHZ: Wer trägt dafür die Kosten?

Habel: Im Rahmen der Produktverantwortung müssten die Hersteller die Kosten für das Recycling tragen.

DHZ: Warum ist das Recycling der Module so wichtig?

Habel: Neben vielen Schadstoffen, die ohne Auswirkungen auf die Umwelt sicher entsorgt werden müssen, enthalten die Module auch wichtige Wertstoffe, die als Sekundärrohstoffe zurück gewonnen werden können. Europa braucht das Recycling um die Wirtschaft unabhängiger von kostspieligen Rohstoffimporten zu machen. Mit den aktuellen Gesetzesinitiativen möchte Brüssel das Recycling daher bewusst stärken.

DHZ: Herr Habel, vielen Dank für das Gespräch.

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