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Freie Lehrstellen Neues Ausbildungsjahr: Gute Chancen für Auszubildende

Im Handwerk gibt es noch mehr als 30.000 unbesetzte Lehrstellen – angehende Lehrlinge finden also noch genügend freie Ausbildungsplätze. Als positiven Anreiz für Azubis sieht das Handwerk auch die Erhöhung der Berufsausbildungsbeihilfe.

Auf dem Ausbildungsmarkt kann von Entspannung keine Rede sein. Trotz intensiver Werbung und vielen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen suchen noch viele Ausbildungsbetriebe Nachwuchs. "Für junge Menschen, die Lust auf Eigenständigkeit und Karrieren im Handwerk haben, ist noch alles möglich", sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. "Aktuell haben wir noch über 30.000 unbesetzte Ausbildungsplätze." Dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Gesucht wird in allen Handwerksberufen und Regionen. Das gilt auch für Sachsen. "Der Bedarf an Fachkräften im Handwerk ist hoch", sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. Viele Betriebe seien weiterhin auf der Suche nach geeigneten Bewerbern.

Aktuell abgeschlossene Ausbildungsverträge

Eine erste Zwischenbilanz kurz vor dem Start ins neue Ausbildungsjahr zeige aber, dass das Handwerk für viele Schulabgänger attraktiv sei. Insgesamt hätten zum 31. Juli 1.227 (Vorjahr: 1.316) Frauen und Männer im Kammergebiet einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Besonders hoch im Kurs stand dabei u. a. die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker, zum Elektroniker sowie zum Friseur. Auch in Hessen hat sich schon viel getan. Knapp 5.000 abgeschlossene Ausbildungsverträge verzeichnet das hessische Handwerk Ende Juli. Ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Noch deutlicher hat aber die Zahl der offenen Stellen zugenommen, heißt es beim Hessischen Handwerkstag. Erfahrungsgemäß tut sich auch hier noch viel. Wie im Vorjahr wollen die Hessen bis Ende September wieder rund 10.000 neue Lehrverträge verbuchen können. Die Bayern zeigen sich ebenfalls optimistisch, die Vorjahreszahlen zu erreichen. Bisher zählt das Handwerk im Freistaat 17.000 neue Lehrverträge. Im Vorjahr waren es mit 17.300 Ende Juli ein klein wenig mehr, teilte die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern mit. Auch in Baden-Württemberg baut man auf die nächsten Wochen, nachdem die Zwischenbilanz zum 31. Juli mit insgesamt 13.245 (Vorjahr: 13.863) neuen Ausbildungsverträgen nicht ganz so gut ausfiel.

Nachwuchswerbung im Handwerk

Wie in vielen Regionen Deutschlands läuft auch bei der Handwerkskammer Region Stuttgart die Nachwuchswerbung auf Hochtouren. Mit speziellen Angeboten wie der Roadshow an Flüchtlingsunterkünften oder Beratungsangeboten für Studienzweifler werden die verschiedensten Zielgruppen auf die Berufsmöglichkeiten im Handwerk aufmerksam gemacht, heißt es dort. Auch ZDH-Generalsekretär Schwannecke betont die sicheren Perspektiven und attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zum Meister und der Gründung eines eigenen Unternehmens. Zudem gebe es berufliche Chancen in Zukunftsfeldern wie E-Mobility oder SmartHome.

Positiv bewertet Schwannecke auch die Erhöhung der Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende. Sie leiste einen Beitrag, wirtschaftliche Härten abzumildern und vor allem durch den deutlichen Anstieg der Pauschalen für Unterkunft und Verpflegung eine Ausbildung fern des Heimatortes zu unterstützen. "Das könnte für manchen Jugendlichen besonders in strukturschwachen ländlichen Räumen einen weiteren Anreiz schaffen, sich doch für eine berufliche Ausbildung zu entscheiden", sagt er. Alles in allem ist Schwannecke für das neue Ausbildungsjahr optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Jahresende hin in etwa konstant bleiben wird", sagt er mit Blick auf die Vorjahreszahl von rund 140.600 Neuverträgen.

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