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Stadtlieferwagen in fünfter Generation Neuer VW Caddy: Schicker, digitaler, sparsamer

Schnittigeres Design, sparsamere Motoren, mehr Platz im Laderaum, fünf zusätzliche Assistenzsysteme und digitale Instrumente im Cockpit – für den neuen Caddy hat Volkswagen alle Register gezogen.

Noch nie war ein Generationswechsel beim Stadtlieferwagen von VW so umfangreich wie zur aktuellen Nummer fünf. Aber nicht jede Neuerung wird allen Handwerkern gefallen. Gewerke, die schnell an die Grenzen der Nutzlast kommen, müssen sich im neuen Caddy mit weniger begnügen.

Beim Cargo Maxi mit langem Radstand ist bei 744 kg Schluss, beim kurzen Cargo schon bei 674 kg. In der vierten Generation schulterte der Caddy noch 832 bzw. 760 kg. Verantwortlich für die Abrüstung ist die komplett neu konstruierte Hinterachse, für die statt der althergebrachten Blattfedern nach einer moderneren Alternative gesucht wurde. Die neue Federung verspricht zwar mehr Fahrkomfort, geht aber zulasten der Nutzlast.

Dafür passt jetzt eine Europalette quer ins Heck, weil sich die lichte Weite zwischen den Radkästen auf 1230 mm erhöht hat. Im Cargo Maxi kann durch die breitere seitliche Schiebetür (840 statt 701 mm) sogar noch eine zweite Europalette geladen werden. Die maximale Laderaumlänge bis zur Trennwand beträgt 1.797 bzw. 2.150 mm.

Dieselmotoren mit doppelter Ad-Blue-Einspritzung

Abgerüstet hat VW auch bei den neuen Dieselmotoren. Und zwar bezüglich Verbrauch und Schadstoffausstoß. Die drei TDI-Vierzylinder mit 75, 102 oder 122 PS sind mit einer Sechs-Gang-Handschaltung oder einem automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen kombiniert und wurden per "Twindosing" auf Sauberkeit getrimmt. Dabei werden laut VW die Stickoxyd-Emissionen (NOx) über zwei SCR-Katalysatoren mit einer doppelten Ad-Blue-Einspritzung signifikant reduziert. Neben den Dieselaggregaten ist auch ein 114 PS starker Turbobenziner (TSI) im Angebot. Ein Erdgasantrieb (TGI) auf Basis des Benziners mit 130 PS sowie ein Plug-in-Hybrid sollen nächstes Jahr folgen. Ebenfalls für Frühjahr 2021 hat VW e inen Allradantrieb für die fünfte Caddy-Generation angekündigt.

Kein Drehschalter für Scheinwerfer mehr

Rundum neu gestaltet wurden die Anzeige- und Bedienelemente im Cockpit. In der Grundausstattung stehen dem Fahrer noch analoge Bedienelemente mit einer digitalen Multifunktionsanzeige zur Verfügung. Gegen Aufpreis gibt es auch durchweg digitalisierte Instrumente. Ein Novum im Caddy sind die Touchflächen für die Licht-, Audio- und Menüfunktionen. Der gewohnte Drehschalter für die Scheinwerfer wird durch das Tastenfeld "Licht & Sicht" ersetzt.

In Sachen Sicherheit wird der Fahrer im neuen Caddy von 19 Assistenzsystemen unterstützt, fünf davon sind neu hinzugekommen. Der "Travel Assist" ermöglicht erstmals in einem VW Nutzfahrzeug das assistierte Fahren über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Vom Crafter bekommt der Caddy den "Trailer Assist", der beim Rangieren mit Anhänger hilft.

Bisher wurde der VW Caddy mehr als drei Millionen Mal gebaut. Seit dem 29. Oktober läuft nun im polnischen Poznan die fünfte Generation vom Band. Der Einstiegspreis für die Nutzfahrzeugvariante Cargo mit Frontantrieb, 75 PS und Sechs-Gang-Schaltgetriebe liegt bei 17.985 Euro netto. Den Caddy Maxi Cargo gibts ab 21.380 Euro.

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