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Neue Ziele nach der Krise

FPS Werkzeugmaschinen bietet neben Service und Ersatzteilen für Deckel Maho auch eigene Fräsmaschinen.

Als ihr langjähriger Arbeitgeber 1994 Konkurs anmelden musste, war das für Robert Schmid, Armin Szeike und Georg Zens gleichzeitig der Aufbruch in eine neue berufliche Herausforderung. Gemeinsam mit acht Kollegen gründeten die beiden Maschinenschlosser und der Elektroinstallateurmeister Zens in einem alten Bauernhof in Otterfing die FPS (Flexibler Profi-Service) Werkzeugmaschinen GmbH. Das Know-how, das sie sich bei einem der größten deutschen Hersteller für Werkzeugmaschinen, der Münchner Deckel Maho AG, erworben hatten, nutzten die Gründer damals als Startkapital.

„Zunächst haben wir lediglich den Service und Ersatzteile für Deckel und DMG-Fräsmaschinen angeboten“, berichtet Geschäftsführer Schmid. Später kamen Generalüberholungen hinzu, die sechs bis acht Wochen dauern. Dafür werden die Maschinen abgeholt und nach der Wartung beim Kunden wieder aufgebaut. „Richtig gewartet hält eine Deckel-Fräsmaschine über Generationen“, betont Schmid. Der Wert einer Maschine liegt nach einem solchen Komplettcheck wieder bei 60 bis 75 Prozent des Neupreises.

100 Prozent made in Germany

Mittlerweile konzipiert das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern - davon 80 Prozent mit „Deckel-Hintergrund“ - sogar eigene Fräsmaschinen wie die FPS 300 M und die FPS 500 M. „Unsere Maschinen sind zu 100 Prozent made in Germany“, verspricht Schmid. 90 Prozent der Kunden kommen aus Deutschland, darunter Weltkonzerne wie Siemens, Daimler, Bosch und Osram. „Wir wollen unseren Kunden nicht einfach nur eine Maschine verkaufen, sondern eine langfristige Partnerschaft aufbauen“, erklärt Sales-Manager Herbert Eckert, der 25 Jahre bei Deckel im Vertrieb arbeitete, bevor ihn Schmid im Jahr 2000 zu FPS holte.

Um vor allem den Verkauf außerhalb Europas anzukurbeln, wird gerade an einer Vertriebspartnerschaft gefeilt. Neben dem 6.500 m² großen Firmengelände in Warngau im Landkreis Miesbach, das 2003 bezogen wurde, unterhält das Unternehmen bereits seit 1998 ein zweites, 3.500 m² großes Servicezentrum in Holzmaden bei Stuttgart. Dort werden Geometrie- und Generalüberholungen von der klassischen CNC-Maschine bis zur fünfachsigen Deckel-Fräsmaschine durchgeführt.

Im Gegensatz zu verschiedenen Konkurrenten bietet FPS auch manuelle Fräsmaschinen an. Da diese mittlerweile fast ausschließlich in der Ausbildung zum Einsatz kommen, zählen viele Schulen und Ausbildungseinrichtungen zum Kundenstamm des Unternehmens.

Auch in Warngau spielt der Fachkräftenachwuchs eine wichtige Rolle: „Wir brauchen klassische Werkzeugmacher, die noch das Führungsband-Schaben beherrschen“, sagt Schmid. Die Facharbeiter sollen bald dem Bedarf entsprechend in der eigenen Lehrwerkstatt ausgebildet werden.

Die Wirtschaftskrise, die dem aufstrebenden Unternehmen sechs Monate Kurzarbeit brachte, hat FPS hinter sich gelassen. Damit die Zukunft rosig aussieht, werden ehrgeizige Ziele formuliert: „Wir wollen uns als Premiumhersteller und -lieferant für Fräsmaschinen nach Deckel-Standard etablieren“, erklärt Geschäftsführer Schmid.

Dass die Warngauer Maschinenbauer ihr Geschäft verstehen, bestätigt auch Rudolf Fischer von der technischen Betriebsberatung der Handwerkskammer für München und Oberbayern: „Maschinenbewertungen zählen zu den kostenlosen Beratungsleistungen für unsere Mitgliedsbetriebe. Bei dem angewendeten Wertermittlungsverfahren werden Faktoren wie Zustand, Markt und Nachfrage sowie Wartung und Reparatur berücksichtigt. Vom Wissen der FPS-Mitarbeiter bei Deckel-Maho-Fräsmaschinen haben wir schon öfter profitiert.“

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