IT + Kommunikation -

Mobile World Congress Samsung Galaxy S6 Edge, HTC One M9 & Co – Neuheiten aus Barcelona

Apples iPhone 6 bekommt neue Konkurrenz. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Samsung seine Flaggschiffe Galaxy S6 und S6 Edge vorgestellt. HTC wirft das One M9 in den Ring. Die Smartphones und weitere Neuheiten im Überblick.

Samsung Galaxy S6 und S6 Edge
Glas und Metall sind die vorherrschenden Materialien bei Samsungs neuen Oberklasse-Smartphones Samsung Galaxy S6 und S6 Edge. -

Samsung Galaxy S6 und S Edge: Metall und Glas

Das Samsung Galaxy S6 und sein neuer Zwilling, das Galaxy S6 Edge, waren die am meisten erwarteten Smartphone-Neuheiten im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona. Nun sind beide Geräte offiziell von Samsung vorgestellt. Können die beiden Modelle mehr als das Galaxy Note 4 und Note Edge (siehe Test) und übertreffen sie die iPhone 6 von Apple (siehe Test)?

Glas und Metall statt billiges Plastikgehäuse. Schon auf den ersten Blick wirkt das Samsung Galaxy S6 deutlich wertiger als sein Vorgänger. Design und Verarbeitung sind hervorragend gelungen - noch nie sah ein Samsung-Smartphone so elegant aus.

GalaxyS6
-

Das Gehäuse ist in einen Rahmen aus Aluminium eingefasst, die Rückseite besteht aus robustem Gorilla-Glass, das Samsung bislang nur für seine Displays verwendet hat. Ähnlich wie bei den gläsernen Handys der Xperia-Z-Reihe von Sony ist die Oberfläche allerdings sehr anfällig für Fingerabrücke, die gerade in hellen Umgebungen auffällig sind.

Zudem lässt sich die Rückseite der neuen Galaxy S wegen der Glasoberfläche nicht abnehmen. Das hat den Nachteil, dass sich der Akku nicht mehr austauschen lässt. Auch ein Steckplatz auf der Rückseite für Micro-SD, wie er zum Beispiel beim Galaxy Note 4 vorhanden ist, fällt weg.

Dennoch, die Metall-Glas-Kombination, die auch beim S6 Edge zum Einsatz kommt, wirkt mindestens so edel wie ein iPhone 6 oder HTC One. Die Zeiten, in denen Samsung nur auf den Werkstoff Polycarbonat setzte, scheinen vorbei. Und trotz der neuen Materialien ist das Galaxy S6 mit 6,8 Millimetern Dicke nochmal 1,3 Millimeter schmaler und sieben Gramm leichter als der Vorgänger. Das Galaxy S Edge ist minimal dicker, aber dafür noch etwas leichter.

Ultrascharfer Bildschirm

Bei der Bildschirm-Größe des Galaxy S6 bleibt Samsung hingegen seiner Linie treu. Wie der Vorgänger misst das Display des S6 5,1 Zoll und siedelt sich damit zwischen iPhone 6 (4,7 Zoll) und iPhone 6 Plus (5,5 Zoll) an.

Das Display wird geschützt vom neuen Gorilla Glass 4, das Samsung bereits im Galaxy Note 4 eingebaut hat. Hersteller Corning hat hier nicht zuviel versprochen. Es ist bruchsicherer als sein Vorgänger, wie der Test des Note 4 zeigte.

Samsung Galaxy S6: Enthüllt in Barcelona

Das leuchtstarke AMOLED-Display löst beim Galaxy S6 und S Edge mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten auf, was bei der Diagonale eine Pixeldichte von 577 ppi bedeutet. Entsprechend detailreich und knackscharf wirkt der Bildeindruck. Die Auflösung ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal. Bereits das im vergangenen Jahr erschienene LG G3 hatte so viele Bildpunkte.

Akku mit Schnellladefunktion

Für viele Geschäfsleute wichtiger ist hingegen die Akkulaufzeit der neuen Galaxy S. Beim Blick auf das Datenblatt fällt auf, dass Samsung hier etwas abgespeckt hat gegenüber dem Galaxy S5. Der Akku kommt 2550mAh beim S6 und 2600mAh beim S Edge. Beim S5 waren es noch 2.500 mAh. Das ist wohl der neuen Bauform der Modelle geschuldet. Dennoch sollten Nutzer in der Praxis keine Abstriche bei der Laufzeit gegenüber dem Vorgänger machen müssen.

Dafür soll der neue Prozessor, beim dem Samsung auf die hauseigene Exynos-CPU und nicht auf Qualcomm setzt, in Verbindung mit anderen Energiesparmaßnahmen sorgen. Zudem soll der Akku in windeseile wieder aufgeladen sein. Schon nach zehn Minuten an der Steckdose soll das S6 wieder für vier Stunden nutzbar sein. Die gesamte Ladezeit soll etwa nur halb so lange dauern wie beim iPhone 6. Aufgeladen werden kann übrigens auch kabellos.

Neues Android Lollipop

Die neue Android-Version 5 (Lollipop) ist schon ab Werk mit an Bord bei den Galaxy-Modellen, wird jedoch tradionell von der Samsung-Oberfläche TouchWiz überzogen, die weitere Funktionen mitbringt. Für ein flüssiges Arbeiten mit Apps soll ein Achtkern-Prozessor (Quad-Core 2,1 GHz und Quad-Core 1,5 GHz) mit 64-Bit-Technologie sorgen. An Arbeitsspeicher sind drei GigaByte verbaut und damit ein GigaByte RAM mehr als beim Galaxy S5.

Samsung Galaxy S6 und S6 Edge im Überblick

Auch eine hochwertige Kamera ist bei den neuen Galaxy S6 verbaut. 16 Megapixel und ein optischer Bildstabilisator sollen für knackscharfe Fotos sorgen. Für Selfie-Freunde ist auf der Vorderseite eine weitere 5 Megapixel-Kamera für Selbstporträts vorhanden. Wenn es schnell gehen muss mit dem Schnappschuss, soll die Kamera-App durch einen Doppelklick auf den Home-Button schon nach 0,7 Sekunden für Aufnahmen bereitstehen.

Verfügbar ab April

Anfang April soll das Samsung Galaxy S6 und S Edge in Deutschland verfügbar sein. Die Modelle wird es in den Farbvarianten Weiß, Schwarz und Gold geben. Das S6 kommt außerdem in einer blauen Variante, das S6 Edge in interessantem Grün. Der Speicher beträgt je nach Wunsch und Aufpreis 32, 64 oder 128 Gigabyte.

Die Preise für das Galaxy S werden zwischen 699 Euro und 899 Euro liegen. Wer das Galaxy S Edge mit gewölbtem Rand haben möchte, muss noch einmal 150 Euro mehr auf den Tisch legen.

HTC One M9: Viel Alu, aber nur Full HD

Nicht nur Samsung greift die iPhones an. Schon vor der Samsung-Präsentation hat HTC sein neues One M9 vorgestellt, das die Serie der One-Modelle fortsetzt. Die Taiwaner haben sich bei ihrem Flaggschiff schon längst vom Kunsstoff abgewendet und hüllen auch das M9 wieder in ein Kleid aus Aluminium. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Samsung Galaxy S6 um ein Unibody-Alu-Gehäuse, das aus einem Stück gefräst ist. Auch auf der Rückseite ist Metall anstatt Glas oder Plastik verarbeitet. Damit sieht es dem iPhone sehr ähnlich.

HTC One M9
-

Doch das neue Modell ist kantiger als der direkte Vorgänger. Einiger Kritiker hatten das abgerundete M8 als zu rutschig in der Hand empfunden - HTC hat das erhört. Das HTC One M9 ist zudem etwas kompakter als der Vorgänger. Trotzdem ist der Bildschirm mit 5 Zoll gleich groß geblieben. So lässt sich das HTC noch problemlos in der Hosentasche unterbringen.

Dem Trend zum QHD-Bildschirm entzieht sich HTC. Auch das neue Modell löst nur mit 1920 x 1080 Pixeln und damit Full HD auf. Einerseits ist das etwas enttäuschend, andererseits aber auch nicht weiter tragisch, da der Unterschied zu noch mehr Bildpunkten für das menschlche Auge kaum erkennbar ist. HTC argumentiert, dass die Rechenleistung mit weniger Bildpunkten geringer belastet wird und das wiederum der Akkulautzeit zugute kommt.

Acht Rechenkerne und 20 Megapixel

Wie Samsung verbaut auch HTC einen Achtkern-Prozessor, allerdings den Snapdragon 810 vom Marktführer Qualcomm. Ihm stehen drei GigaByte Arbeitsspeicher zur Seite. Das ab Werk installierte Android Lollipop, das von HTC mit der eigenen Oberfläche Sense 7 überzogen wird, sollte mit dieser Leistung geschmeidig und verzögerungsfrei laufen. Im Vorgänger war noch ein Vierkernprozessor integriert.

Der interne Speicher beträgt 32 GigaByte und lässt sich erfreulicherweise über eine Micro-SD-Karte um bis zu 128 GigaByte vergrößern.

Stolze 20 Megapixel hat die Hauptkamera des HTC One M9. Das sind vier Pixel mehr als beim Galaxy S6. Ob das in der Praxis aber auch zu besseren Fotos führt, muss der spätere Praxistest zeigen. Die Ultrapixel-Kamera vom Vorgänger wandert indes von vorne nach hinten und steht damit als Frontkamera für Selfies zur Verfügung.

HTC stellt One M9 und mehr in Barcelona vor

Gewachsen ist auch die Akkukapazität. Sie beträgt nun 2840 mAh. Das sollte in der Praxis zu langen Laufzeiten führen. HTC wirbt mit Gesprächszeiten von bis zu 21,7 Stunden und einer Standbyzeit von 402 Stunden. Verbessert wurde auch die LTE-Konnektivität. Sie unterstützt nun Download-Raten von bis zu 300 Mbit/s.

Auch die von vielen Nutzern hochgelobten Stereo-Lautsprecher auf der Front-Seite sind wieder mit dabei. Beim Abspielen von Musik und Videos sorgen sie für ein ungewöhlich gutes Klangerlebnis für Smartphone-Verhältnisse.

Das HTC One M9 bekommt einen unverbindlichen Verkaufspreis von 749 Euro. Wie das Samsung Galaxy S6 und S6 Edge soll das HTC One M9 im April in den Farben Gold on Silver und Gun-metal Gray erhältlich sein.

Auf dem Mobile World Congress sind noch mehr spannende Smartphones zu sehen, wie das wassegeschützte Sony Xperia M4 Aqua und das Microsoft Lumia 640. Zudem gibt es andere Technik-Neuheiten, etwa aus dem Wearable-Bereich. Die Trends im Überblick in der Bildergalerie.

Mobile Trends aus Barcelona
Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten