Frankfurt-Rhein-Main -

Internationaler Meister Neue Perspektiven weltweit

In Kürze startet die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main ein Novum auf dem deutschen Bildungsmarkt: die berufsbegleitende Fortbildung zum „Internationalen Meister“.

Ausgangspunkt waren die seit vielen Jahren bestehenden Partnerschaften und Austauschprojekte, die die Frankfurter Kammer weltweit unterhält, so Erik Ruh, Scout für Entwicklungszusammenarbeit. „Die Organisationen des Handwerks führen seit vielen Jahrzehnten Berufsbildungs- bzw. Kammerpartnerschaftsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern im Auftrag der Bundesregierung durch. In diesen und ähnlichen Projekten ergeben sich immer wieder Chancen für deutsche Handwerksmeister, ihr Wissen weiterzugeben und Kooperationen mit dem Ausland aufzubauen“, so Ruh.

Meister mit internationalem Renommee

„Der Meisterbrief besitzt international höchstes Ansehen, dies erfahren wir immer wieder im Kontakt mit ausländischen Partnern und Delegationen, die uns besuchen, um sich bei uns über die duale Bildung zu informieren. Auch auf europäischer Ebene erfährt der Meisterbrief durch seine Gleichstellung mit dem Bachelor-Abschluss bereits heute große Wertschätzung und Akzeptanz.

Als deutscher Meister hat man somit die besten Voraussetzungen für internationale Tätigkeiten“, sagt EZ-Scout Ruh, der selbst viele Jahre in GIZ-Projekten in Afrika verbracht hat. „Heute stehen quantitativ wie qualitativ bei weitem zu wenig Ausbildungsmeister zur Verfügung, um der steigenden Nachfrage nach Einsätzen in den fachpraktischen Teilen der Berufsbildungsprojekte der Entwicklungszusammenarbeit auf hohem Niveau gerecht zu werden. Mit der Fortbildung sollen Einsatzprofil und positives Image des Meisters im Ausland genutzt und gleichzeitig die Internationalisierung und Attraktivität mittelständischer Berufe im Inland gesteigert werden“, so Ruh weiter.

Ideal sei die neue Fortbildung für alle, die bereits einen Meisterbrief haben. Er befähigt sie, als Handwerksmeister in Projekten im Ausland mitzuarbeiten, und stattet die Teilnehmer mit den notwendigen Kompetenzen aus, um erfolgreich in der internationalen Zusammenarbeit tätig zu sein. Darüber hinaus nimmt das Thema Unternehmensgründung im Ausland einen wichtigen Platz ein.

Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main bietet ab 4. März einen Pilotkurs im BTZ der Kammer in Weiterstadt an. Der Kurs wird acht Mona­te dauern. 200 Präsenzstunden werden bis zum ­November 2016 in zehn Wochenendseminaren (jeweils Freitag 13.30 Uhr bis Samstag 17 Uhr) ­abgehalten, es folgen eine schriftliche und mündliche Prüfung. Das Bestehen der Prüfung berechtigt zum Führen des Titels „Internationaler Meister“. Inhaltliche Lernschwerpunkte sind Ruh zufolge interkulturelle Kompetenzen, internationales Projektmanagement, internationale Berufsbildungssysteme,mUnternehmensgründungswissen sowie Arbeiten und Leben in anderen Regionen.

Für Teilnehmer, die ihre Fremdsprachenkenntnisse auffrischen wollen, werden Sprachkurse in Englisch, Französisch und Spanisch angeboten. „Im Verlauf des Jahres ist eine Projektwoche in einem Entwicklungs-/Schwellenland als Kernstück der Fortbildung zu absolvieren, auf die die Teilnehmer in den verschiedenen Kursmodulen systematisch vorbereitet werden. Die Erstellung einer auf diesem Einsatz basierenden Projektarbeit und deren Ergebnis wiederum sind verbindliche Bestandteile der Prüfung“, sagt Erik Ruh, der bereits neun Teilnehmer für den Pilotkurs gewinnen konnte.

„Die Teilnehmer sind wider Erwarten bei dieser ersten Runde keine Jungmeister, die sich vielleicht die berufliche Exotik einer internationalen Tätigkeit am Beginn ihrer Laufbahn gönnen möchten, sondern gestandene erfolgreiche Handwerksmeister zwischen 40 und 50 Jahren. Sie kommen überwiegend aus dem Bereich Elektro, zwei sind Installateure, einer ist Maler und einer Bauhandwerker“, sagt Ruh.

Die meisten wollten sich international aufstellen und über den eigenen Tellerrand blicken, neue Innovationspotentiale für den eigenen Betrieb erschließen, Fachkräfte und Rohmaterialien direkt im Ausland rekrutieren sowie die Möglichkeiten als Vor-Ort-Zulieferer großer international agierender Unternehmen ausloten. „Eine klassische Win-win-Situation für alle Beteiligten“, meint Ruh, der Wert auf die Feststellung legt, hier ein neues Genre von weltweit agierenden Fachkräften zu kreieren.

Buchungen können direkt über den Rhein-Main-­Campus vorgenommen werden, rhein-main-campus.de.

Fragen beantwortet auch das Service-Center-Team unter 069/97172-818, das auch den Kontakt mit der Projektbetreuerin Nicki Kristin Melcher herstellen kann. Sie ist per E-Mail: im@hwk-rhein-main.de erreichbar

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