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Elektromobilität Neue Förderrichtlinie für E-Autos: Kritik an Eingriff in Angebotshoheit

Geleaste E-Fahrzeuge können durch eine neue Förderrichtlinie künftig gestaffelt gefördert werden. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe kritisiert das. Die Richtlinie sei ein Eingriff in die Angebotshoheit von Autohäusern.

Eine neue Förderrichtlinie für den Umweltbonus, die ab dem 16. November gilt, sieht wesentliche Neuerungen vor. So können Fördersätze künftig gestaffelt werden. Außerdem kann der BAFA-Umweltbonus mit folgenden Förderprogrammen kombiniert werden:

  • den Förderrichtlinien Elektromobilität und Markhochlauf NIP2 des Verkehrsministeriums
  • sowie dem Sofortprogramm "Saubere Luft" und dem Flottenaustauschprogramm "Sozial und Mobil" des Umweltministeriums

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bewertet das grundsätzlich positiv, da Kunden gleichzeitig auf mehrere verfügbare Fördertöpfe zugreifen können. Gleichzeitig kritisiert der  Verband, dass mit der Richtlinie in die Angebotshoheit der Autohäuser eingegriffen werde. Konkret gelte das für die nun gestaffelte Förderung von Leasingfahrzeugen mit Vertragslaufzeiten unter 24 Monaten. Zur Veranschaulichung nennt der Verband ein Beispiel: Ein batteriebetriebenes E-Fahrzeug als Neuwagen mit Nettolistenpreis unter 40.000 Euro bekommt bei einer Leasingdauer zwischen sechs und elf Monaten lediglich noch 1.500 Euro Förderung statt bisher 6.000 Euro. Bei gebrauchten E-Fahrzeugen halbiert sich der Umweltbonus von bisher 5.000 Euro bei einer Leasingdauer zwischen zwölf und 23 Monaten. Ähnlich fällt die Kürzung bei Hybriden aus.

Kritik an Eingriff in Angebotshoheit

"Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum die Förderung der Elektromobilität nicht am Fahrzeug festgemacht wird, sondern abhängig sein soll von der Art der Finanzierung", sagt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. "Es muss doch schließlich darum gehen, Fahrzeuge mit geringerem CO2-Ausstoß auf die Straße zu bringen und nicht darum, einen Finanzierungsart zu benachteiligen."

Für den ZDK sei unverständlich, weshalb das Bundeswirtschaftsministerium per Richtlinie erneut einen harten ordnungspolitischen Eingriff zu Lasten der Autohäuser vollziehe. Nachdem bereits vor einem Jahr ein Mindestnachlass für die Förderung von jungen gebrauchten E-Fahrzeugen in Höhe von 20 Prozent vorgeschrieben wurde, müssten sich die Händler nun auch noch einen Eingriff in die Angebotsfreiheit gefallen lassen. "Wir können nicht verstehen, dass Anpassungen von Förderrichtlinien vorgenommen werden, ohne das Kraftfahrzeuggewerbe mit seiner Expertise einzubinden", sagt Peckruhn. Als Schnittstelle zwischen Herstellern und Kunden müssten die Autohäuser immer wieder kurzfristige Änderungen von Richtlinien adaptieren und deren Nachteile ausbaden. "Wir sind jederzeit bereit, uns an der Vereinfachung des Regelwerks zu beteiligen – im Sinne der Umwelt, der Kunden und der Autohäuser." sar

Fördersätze im Überblick

Prämie für Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge

  Staatlicher Anteil der Förderung wenn Nettolistenpreis unter 40.000 Euro Staatlicher Anteil der Förderung wenn Nettolistenpreis über 40.000 Euro Mindesthaltedauer
Kauf 6.000 Euro 5.000 Euro 6 Monate
Leasinglaufzeit 6-11 Monate 1.500 Euro 1.250 Euro 6 Monate
Leasinglaufzeit 12-23 Monate 3.000 Euro 2.500 Euro 12 Monate
Leasinglaufzeit über 23 Monate 6.000 Euro 5.000 Euro 24 Monate

Prämie für von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge

  Staatlicher Anteil der Förderung wenn Nettolistenpreis unter 40.000 Euro Staatlicher Anteil der Förderung wenn Nettolistenpreis über 40.000 Euro Mindesthaltedauer
Kauf 4.500 Euro 3.750 Euro 6 Monate
Leasinglaufzeit 6-11 Monate 1.125 Euro 937,50 Euro 6 Monate
Leasinglaufzeit 12-23 Monate 2.250 Euro 1.875 Euro 12 Monate
Leasinglaufzeit über 23 Monate 4.500 Euro 3.750 Euro 24 Monate

Quelle: BAFA 

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