Gesundheit -

Mehr Schutz für Arbeitnehmer Betriebssicherheit: Neue Verordnung zum 1. Juni

Zwar geht die Zahl der Arbeitsunfälle zurück, dennoch soll die neue Betriebssicherheitsverordnung ab 1. Juni 2015 für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und im Umgang mit Arbeitsmitteln sorgen. Die wichtigsten Neuerungen, auf die sich Betriebe einstellen müssen, im Überblick.

Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer weiter zurück. Nichtsdestotrotz waren es 2014 noch rund 880.000 Arbeitsunfälle, bei denen 473 Menschen ihr Leben verloren. Dass diese Zahlen weiter sinken, dazu soll auch die neue Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) beitragen, die am 1. Juni 2015 in Kraft tritt. Sie entspricht erstmals den europäischen Vorschriften.

Seit 2002 regelt die Betriebssicherheitsverordnung den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen. Diese müssen regelmäßig von einer Prüfstelle kontrolliert werden. Außerdem muss der Arbeitgeber für alle Arbeitsmittel dokumentieren, inwieweit von ihnen eine Gefährdung für seine Mitarbeiter ausgeht und welche Sicherheitsmaßnahmen dagegen ergriffen werden.

Hier die wichtigsten Neuerungen der BetrSichV:

  • Verstöße gelten zukünftig als Ordnungswidrigkeit und können strafrechtlich verfolgt werden.
  • Betreiber von überwachungsbedürftigen Anlagen (Aufzüge, Druckgeräte, Ex-Anlagen) müssen neue Anforderungen an die Betriebserlaubnis und die vorgeschriebenen Prüfungen beachten. Berücksichtigt sind jetzt auch überwachungsbedürftige Anlagen, die ausschließlich Dritte gefährden.
  • Arbeitgeber können bestimmte überwachungsbedürftige Anlagen eigenverantwortlich prüfen (Aufweichung des ZÜS-Monopols), wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • Anhang 3 der BetrSichV enthält konkrete Prüfvorschriften für besonders gefährliche Arbeitsmittel (Krane, bühnentechnische Einrichtungen, Gasverbrauchseinrichtungen).
  • Die Verordnung geht nun auch gezielt auf Unfallschwerpunkte ein, das heißt, auf Situationen, die sich als besonders unfallträchtig erwiesen haben (Instandhaltung, besondere Betriebszustände, Störungen und Manipulationen).
  • Doppelregelungen werden beseitigt.
  • Maßgebliche materielle Anforderungen an den Arbeitsschutz sind jetzt als Schutzziele formuliert.
  • Die Verordnung enthält neue Vorgaben, um ergonomische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu verringern sowie besondere Vorgaben zur alters- und alternsgerechten Gestaltung von Arbeitsmitteln.
  • Dokumente, die die Vorgaben belegen, dürfen jetzt auch rein elektronisch archiviert werden.
  • Die Anforderungen zum Brand- und Explosionsschutz werden künftig nur noch in der Gefahrstoffverordnung behandelt.
  • Neu ist auch die Einführung einer verbindlichen Prüfplakette in der Aufzugskabine.
dan

Die neue Betriebssicherheitsverordnung finden Sie unter gesetze-im-internet.de.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten