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Diesel-Abwrackprämien Kfz-Gewerbe sieht Hersteller in Zahlungspflicht

Nach der neuen Software für mehr als fünf Millionen Diesel-Autos in Deutschland zeigen die Autohersteller nun auch Initiative, die älteren Diesel vom Markt zu bekommen. Sie bieten Verschrottungsprämien an, wenn Diesel-Fahrer auf umweltfreundlichere Motoren umsteigen. Das Kfz-Gewerbe mahnt, dass sie die Kosten dafür alleine tragen müssen.

Das zentrale Ergebnis des Diesel-Gipfels kürzlich war die Ankündigung der deutschen Autohersteller, einen Großteil ihrer Euro-5- und teilweise Euro-6-Diesel-Pkw über Software-Updates nachzurüsten, so dass diese weniger Schadstoffe ausstoßen. Um genau diese Diesel-Fahrzeuge für Autokäufer wieder attraktiver zu machen, bieten sowohl VW, Audi, Porsche, BMW, Daimler, Ford und Toyota Umweltprämien für die älteren Diesel an. Wer seinen Diesel mit einer Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4 gegen ein neueres Modell eintauscht, soll dafür einen finanziellen Vorteil von mehreren tausend Euro erhalten.

Neuwagenkauf: VW und Co. bieten Rabatte

Die jüngste Ankündigung dazu kommt von VW. So hat der Autokonzern nun ein "Zukunfts- und Umweltprogramm" auf den Weg gebracht, das sowohl eine Prämie von bis zu 10.000 Euro für den Erwerb eines umweltfreundlichen Volkswagen mit Euro-6-Norm beinhaltet als auch eine zusätzliche Förderung zur staatlichen Kaufprämie, wenn man sich ein Elektroauto kauft. Diese soll bis zu 2.380 Euro für ein reines E-Fahrzeug und 1.785 Euro für ein Hybridfahrzeug betragen. Die neue VW-Diesel-Abwrackprämie ist je nach Größe des Fahrzeugs gestaffelt. So gibt es beispielsweise für einen up! 2.000 Euro, für einen Polo 3.000 Euro, für einen Golf 5.000 Euro und für einen Passat 8.000 Euro.

Bevor VW diese neuen Prämien verkündete, waren andere Autohersteller jedoch schon mit derartigen Ankündigungen parat. So haben einen Bericht von faz.net zufolge auch BMW, Daimler, Ford und Toyota Rabatte angekündigt. Zudem bieten die VW-Tochtergesellschaften Audi und Porsche ebenfalls sehr ähnliche Umwelt-Prämien an. Audi bietet Prämien zwischen 3.000 und 10.000 Euro an; Porsche setzt auf seine SUV-Modelle und Rabatte von 5.000 Euro. Daimler versucht seine Kunden mit einer Prämie über 2.000 Euro vom Kauf eines neuen Diesels zu überzeugen. Die genauen Details zu den Prämien sind noch nicht alle bekannt.

Mahnung des Kfz-Gewerbes

Obwohl der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) die Prämien grundsätzlich als positiv einstuft, sieht er kritische Punkte und mahnt, dass die Autohändler dadurch nicht finanziell belastet werden dürfen. So mahnt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn als Sprecher des fabrikatsgebundenen Fahrzeughandels: "Es dient der Umwelt, wenn alte Diesel gegen neue, schadstoffarme Fahrzeuge getauscht werden. Die Verschrottungsprämien haben jedoch ausschließlich die Hersteller bereitzustellen." Der rabattierte Neuwagenkauf müsse ohne finanzielle Beteiligung der Händler laufen. dhz

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