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Gelockerte Corona-Maßnahmen Übersicht: Ab wann in den Bundesländern die Maskenpflicht gilt

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise am 15. April 2020 haben inzwischen auch die Landeskabinette zu den Anpassungen der Corona-Maßnahmen getagt. Alle Bundesländern planen eine Maskenpflicht. Ab wann diese jeweils gilt fasst die Übersicht mit weiteren wichtigen Regelungen der Bundesländer für Gesellschaft und Handwerk zusammen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

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Nachdem Bund und Länder am 15. April 2020 beschlossen haben, wie es bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in den kommenden Wochen weitergehen soll, haben auch die Landeskabinette zu den länderspezifischen Anpassungen getagt. Viele Bundesländer halten sich an die Beschlüsse des Bundes, vereinzelt gibt es leichte Abweichungen – etwa in Bayern und Thüringen. Die Übersicht fasst die neuen Verordnungen einzelner Bundesländer zusammen.

Bayern

Bayern lockert die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus leicht: Ab dem 20. April ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Diese Änderung gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München bekannt.

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen im Freistaat ab dem 27. April 2020 wieder öffnen, Baumärkte bereits ab dem 20. April. Unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche dürfen auch Kfz- und Fahrradhändler ab dem 27. April wieder öffnen. Ab dem 27. April wurde für Bayern eine Maskenpflicht verordnet – in einigen Kommunen gilt diese früher . Getragen werden muss ein Mund-Nasen-Schutz – Alltagsmasken oder auch Schals – in Geschäften, Bussen und Bahnen wie Söder am 20. April in einer Regierungserklärung im Landtag ankündigte.

In Bayern sollen ab dem 27. April Abschlussklassen der Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder den Unterricht aufnehmen dürfen, ebenso Meisterklassen. Der Bayerische Handwerkstag (BHT) begrüßt dies, fordert aber, Bildungseinrichtungen und Berufsschulen zeitnah folgen zu lassen. BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl: "Die Kombination aus Betrieb, Schule und Überbetrieblicher Lehrlingsunterweisung ist für den Erfolg der beruflichen Bildung ungemein wichtig und hilft, den dringend benötigten Berufsnachwuchs im Handwerk zu sichern."

Baden-Württemberg

In einer Pressekonferenz vom 16. April 2020 verkündete Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass kleinere und mittlere Läden bis 800 Quadratmeter ab dem 20. April und Friseurbetriebe ab dem 4. Mai 2020 wieder öffnen dürfen – unter strengen Hygieneauflagen.

Eine Pflicht für einen Mund-Nasen-Schutz gilt in Sulz am Neckar. Ab dem 27. April ist in ganz Baden-Württemberg eine Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen vorgeschrieben.

Der Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) begrüßt, dass auch in ihrem Bundesland sogenannte Mischbetriebe des Handwerks mit Handelsbereich – z. B. Kfz- und Fahrradhändler – ihre Geschäfte wieder umfassend öffnen können. "Leider gibt es aber beim Thema Schutzkleidung keine Klarheit", sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. "Was heißt es beispielsweise für Friseure, wenn diese 'Hygiene-Konzepte' vorlegen müssen? Ohne Schutzmasken wird es hier kaum gehen. Aber sind diese nun zwingend oder nicht?" Sehr bedauerlich wäre es Reichhold zufolge, wenn die Besorgung von Schutzmasken den Handwerksbetrieben ausschließlich selbst überlassen bliebe und dies für eine Öffnung vorausgesetzt würde: "Damit wäre kein annähernd fairer Wettbewerb möglich, angesichts der angespannten Versorgungslage."

Berlin

Bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin ist ab dem 27. April 2020 eine textile Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Verkaufsstellen im Sinne des Berliner Ladenöffnungsgesetzes dürfen eine Verkaufsfläche von über 800 Quadrameter nicht für den Publikumsverkehr öffnen. Ausgenommen vom Verbot ist der Einzelhandel für Lebensmittel und Getränke einschließlich Spätverkaufsstellen, Abhol- und Lieferdienste, Wochenmärkte, Apotheken, Einrichtungen mit Sanitätsbedarf sowie zum Erwerb von Hör- und Sehhilfen, Drogerien, Tankstellen, Waschsalons, Reinigungen, der Zeitungsverkauf und Buchhandel, Einzelhandel für Bau-, Gartenbau- und Tierbedarf, Kfz-Handel, Fahrradgeschäfte, Handwerk und Handwerkerbedarf und Großhandel.

Der Berliner Senat erlaubt in der Corona-Krise wieder kleinere Demonstrationen. Ab 4. Mai seien Versammlungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Teilnehmern grundsätzlich genehmigungsfrei, wenn Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, teilte der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am 21. April nach einer Senatssitzung mit. Bereits vom 22. April an soll demnach das bestehende weitgehende Verbot in der Hauptstadt gelockert werden. Bei Demonstrationen mit bis zu 20 Teilnehmern könne die Versammlungsbehörde in besonders gelagerten Einzelfällen Ausnahmen zulassen. Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern sind in Berlin ab 4. Mai wieder erlaubt.

Kulturelle und sportliche Großveranstaltungen in Berlin mit mehr als 5.000 Teilnehmern bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 24. Oktober verboten. Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern dürfen bis 31. August nicht stattfinden, beschloss der Senat am 21. April.

Brandenburg

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern bzw. Geschäfte, die ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmetern reduzieren, dürfen unter strikter Beachtung von Hygienestandards ab dem 22. April 2020 wieder öffnen. Diese Lockerung gilt auch für Einkaufszentren. Dabei gilt die Bezugsgröße für die 800 Quadratmeter für die einzelnen Geschäfte. Das Center-Management muss dabei Einlasskontrollen und Hygiene-Maßnahmen verantworten. Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhändler dürfen unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche ab 22. April öffnen. Körpernahe Handwerks- und Dienstleistungen wie Nagelstudios, Tätowierern, Kosmetikstudios, Fußpflege, Massagesalons bleiben weiter geschlossen. Friseure sollen – unter Einhaltung notwendiger Hygieneregeln – ab 4. Mai wieder öffnen dürfen.

Die Abschlussklassen, die in diesem Jahr den Mittleren Abschluss (Fachoberschulreife) oder die Erweiterte Berufsbildungsreife machen, werden ab dem 27. April wieder unterrichtet. Gleiches gilt für die berufsbildenden Schulen bzw. die Abschlussklassen der dualen Ausbildung.

In Brandenburg kündigte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am 22. April im Innenausschuss des Landtags an, dass eine Maskenpflicht in S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen vom 27. April an gelten soll. Dies werde das Kabinett am 23. April beschließen. Brandenburgs Innenminister Stübgen kündigte ferner an, dass es vom 4. Mai an auch weitere Lockerungen beim Demonstrationsrecht geben könnte. Seit dem 20. April sind in Brandenburg Demonstrationen mit bis zu 20 Personen wieder erlaubt. Ab 4. Mai sollen in Brandenburg auch wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Das soll für alle Religionsgemeinschaften gelten.

Bremen

In Bremen können Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche weniger als 800 Quadratmeter ab dem 20. April wieder öffnen. Geschäfte des Einzelhandels, die über eine größere Verkaufsfläche verfügen, haben die Möglichkeit, diese auf höchstens 799 Quadratmeter zu begrenzen. Auch Shopping-Center sollen ihre Türen wieder öffnen können, wenn sie entsprechende Sicherheitskonzepte vorlegen. Darüber hinaus wurde der Katalog der Geschäfte, die bisher schon öffnen durften, um Buchhandlungen und den Kraftfahrzeug- und Fahrradhandel erweitert. Ab dem 27. April dürfen Abschlussklassen der vollschulischen Bildungsgänge in Bremen in Prüfungsfächern beschult werden. Die Prüfungsklassen in der Dualen Ausbildung dürfen sich im verminderten Umfang (ein Berufschultag pro Woche) auf die Abschlussprüfungen vorbereiten.

Am Mittwoch, den 22. April, kündigte auch Bremen als letztes Bundesland eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an: Sie solle am Freitag beschlossen werden und ab Montag für den Nahverkehr und das Einkaufen gelten, teilte ein Sprecher der Landesregierung mit.

Hamburg

In einer Pressekonferenz vom 17. April 2020 verkündete Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher, dass in Hamburg Geschäfte mit einer begrenzten Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter ab dem 20. April 2020 wieder öffnen dürfen. Auch in Einkaufszentren dürfen einzelne Geschäfte wieder den Betrieb aufnehmen – dabei sollte aber nicht nur in den Läden, sondern auch in den öffentlich zugänglichen Verkehrsflächen darauf geachtet werden, dass es zu keiner Kontaktenge kommt. Ab dem 27. April sollen die Abschlussklassen der Berufsbildenen Schulen erste Präsenzangebote erhalten, um sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten.

Eine Maskenpflicht für den Nahverkehrs und fürs Einkaufen gilt in Hamburg ab dem 27. April.

Hessen

Bisher geschlossene Läden mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter dürfen in Hessen ab dem 20. April wieder öffnen. Das Bundesland erlaubt auch größeren Einzelhändlern unter strengen Bedingungen die Öffnung: Sie müssen jedoch ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter reduzieren, und zwar so, dass die Abtrennung unmissverständlich und klar ist und auch durchgesetzt wird. Unabhängig von der Ladengröße dürfen auch Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen den Betrieb aufnehmen – wie bereits vom Bund beschlossen. Ab dem 27. April erfolgt die Beschulung vor Ort unter anderem für Schüler der 12. Jahrgangsstufe der Fachoberschulen und Höheren Berufsfachschulen, der Abschlussklassen an den Fachschulen, im letzten Ausbildungsjahr an den Berufsschulen sowie im letzten Ausbildungsjahr an den Schulen für Gesundheitsberufe.

Die hessische Stadt Hanau hat wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten von Geschäften sowie bei Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr außerdem eine Maskenpflicht angeordnet. Eine Maskenpflicht für das gesamte Bundesland hat die hessische Landesregierung ab dem 27. April beschlossen. Bürger müssen dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie die Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs nutzen oder den Publikumsbereich von Geschäften, Bank- und Postfilialen betreten, wie die Staatskanzlei in Wiesbaden am 21. April mitteilte. Die Pflicht gilt demnach nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können.

Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsministerin Bettina Martin hat Details für die schrittweise Öffnung der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Demnach beginnt für Schüler der beruflichen Schulen der prüfungsvorbereitende Unterricht am 27. April. Einzelhandel bis zu 800 Quadratmeter geöffneter Verkaufsfläche können ihren Betrieb ab dem 20. April aufnehmen. Ausgenommen von der Verkaufsflächenbegrenzung sind Verkaufsstellen des Einzelhandels für Kfz- und Fahrradhändler und z. B. auch Reinigungen. Baumärkte dürfen in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab dem 18. April öffnen.

Zudem führt Mecklenburg-Vorpommern ab 27. April eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Nutzer von Straßenbahn, Bus oder Taxi müssen künftig einen Mund- und Nasenschutz tragen. Alternativ kann auch ein Tuch als Schutz getragen werden.

Nordrhein-Westfalen

Ab dem 23. April 2020 können ausschließlich Schüler, die in diesem Schuljahr Abschlüsse anstreben, wieder in die Schulen. Läden mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sind hier ab 20. April geöffnet. Zusätzlich zu den bereits bekannten Handelseinrichtungen dürfen alle Buchhandlungen, Tierbedarfsmärkte, Bau- und Gartenbaumärkte einschließlich vergleichbaren Fachmärkten (z.B. Floristen, Sanitär-, Eisenwaren-, Malereibedarfs-, Bodenbelags- oder Baustoffgeschäfte) öffnen. Auch Einrichtungshäuser, Babyfachmärkte und Verkaufsstellen des Kraftfahrzeug- und des Fahrradhandels können wieder geöffnet werden.

Das nordhrein-westfälische Handwerk wirbt nun verstärkt um Kunden und Aufträge. Hier müsse die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen. "Genehmigungen und Zulassungen in der Kommunalverwaltung müssen jetzt wieder funktionieren. Auftragsvergaben an die heimische Wirtschaft sind dringend nötig“, schrieben die Spitzenvertreter des nordrhein-westfälischen Handwerks.

Auch in Nordrhein-Westfalen soll ab Montag, den 27. April, eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt werden. Das Tragen einer Maske sei beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen verpflichtend, teilte die nordrhein-westfälische Landesregierung am 22. April mit.

Maske auf in der Pandemie: eine Mundschutz-Anleitung

In der Corona-Krise haben sich einige Kommunen und Länder für eine Maskenpflicht an verschiedenen öffentlichen Orten entschieden. Dem Rest der Republik wird das Tragen auch von selbstgemachten Masken oder anderen Behelfsstoffen "dringend empfohlen". Was der selbstgemachte Mundschutz verspricht und wie er richtig getragen wird.

  • Maske richtig an und ausziehen: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät, sich vor dem Anziehen die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Erreger, die man eventuell an den Händen trägt, können so nicht die Innenseite der Maske kontaminieren. Auch nach dem Ausziehen der Maske ist es ratsam, sich die Hände zu waschen.
  • Maske richtig tragen: Die Maske sollte Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen kann. Das BfArM rät, die Maske abzusetzen oder auszutauschen, wenn der Stoff durchfeuchtet ist. Der selbstgemachte Schutz kann beliebig oft getragen werden, sagt Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg. Auch sagt Sebastian Lemmen, Infektiologe an der Uniklinik Aachen, sagt, die Maske regelmäßig zu wechseln, habe mehr ästhetische als gesundheitliche Gründe. Das BfArM rät allerdings, die Maske nach einmaligem Tragen zu reinigen.
  • Maske richtig sauber machen: Die Masken können in die Waschmaschine gesteckt werden. Laut Lemmen reichen bereits 30 Grad und Waschmittel aus, um das Virus zu töten. Alternativ kann man die Maske auch mit einem heißen Bügeleisen bügeln oder in den warmen Ofen legen, wenn das Material das verträgt.

Drei wichtige Fragen zum selbstgemachten Mundschutz

Welcher Stoff eignet sich für eine Maske?
Die Maske soll dazu dienen, Tröpfchen abzufangen, die wir beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen ausstoßen. Grundsätzlich gilt: Je dichter der Stoff, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Tröpfchen hindurch gelangen. Allerdings sollte man unter der Maske noch gut atmen können.

Wen schützen die Masken?
Die meisten Experten gehen davon aus, dass ein Stoffstück vor Mund und Nase vor allem ein Fremd- und kein Selbstschutz ist. "Wenn zwei Leute einen Mundschutz tragen, sind beide geschützt", sagt Lemmen.

Helfen die Masken wirklich?
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) könnte das Tragen von Masken zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Abstands- und Hygieneregeln gelten aber auch, wenn Menschen eine Maske tragen. Der Stoff kann Schutz vor größeren Tröpfchen bieten und Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen verhindern. Für die selbst gemachten Masken gibt es keine Normen, entsprechen gibt es keine nachgewiesene Schutzwirkung. Laut RKI filtern die selbstgemachten Masken in der Regel aber vermutlich weniger Tröpfchen als etwa der mehrlagige medizinische Mund-Nasen-Schutz. dpa

Niedersachsen

Vom 20. April an dürfen auch in Niedersachsen alle Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie unabhängig von der Verkaufsfläche Kfz- und Fahrradhändler und Buchhandlungen mit strengen Hygieneauflagen und Zugangssteuerungen wieder öffnen. Ministerpräsident Stephan Weil bittet die Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen noch um Geduld, was die Wiederaufnahme des Schul- und Kitabetriebes anbelangt: "Ich kann mir vorstellen, dass viele von Euch froh wären, wenn Kitas und Schulen schon bald wieder öffnen würden. Leider werden wir aber erst in zweieinhalb Wochen mit einigen wenigen Klassenstufen beginnen können und die Kleineren müssen länger warten als die Größeren. Ich hoffe, dass wir bei einem günstigen Verlauf dann nach und nach diese Angebote ergänzen können."

Laut NDR-Bericht gilt im niedersächsischen Wolfsburg ab 20. April die Pflicht, Mund und Nase in der Öffentlichkeit zu bedecken. Im gesamten Bundesland soll vom 27. April an das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am 22. April.

Rheinland-Pfalz

Eine neue Landesverordnung in Rheinland-Pfalz gilt ab Montag, den 20. April. Neu ist unter anderem, dass in allen Geschäften der Verkauf auf einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern möglich ist. Dabei ist nicht die Gesamtgröße des Geschäfts maßgeblich, sondern die Verkaufsfläche. Größere Geschäfte können also einen Teil ihrer Fläche abtrennen. Bibliotheken, Büchereien, Buchhandlungen und Archive dürfen unabhängig von ihrer Größe öffnen. Das gleiche gilt für den Fahrradhandel, den Autohandel, den LKW-Handel und für Auto-Waschanlagen. Abstandsregelungen, Hygieneauflagen und vor allem die Begrenzung von einer Kundin bzw. einem Kunden pro 10 Quadratmetern gelten für alle weiterhin. Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten sei laut Landesverordnung wieder möglich.

Laut dpa-Meldungen soll auch in Rheinland-Pfalz die Maskenpflicht ab dem 27. April kommen.

Saarland

Ausgangsbeschränkungen bleiben im Saarland bis zum 3. Mai in Kraft. Geschäfte bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche (ausgenommen sind Einkaufszentren und Shopping Malls) sowie unabhängig von der Verkaufsfläche Kfz-Händler, Fahrradhändler, Buchhandlungen, Autowaschanlagen und SB-Waschanlagen, Grüngutannahmestellen und Wertstoffzentren können bereits ab dem 20. April wieder öffnen. Im Zuge der Öffnung ist es zudem möglich, die Verkaufsfläche von Geschäften im Einzelhandel auf unter 800 Quadratmeter zu reduzieren, um so zumindest eine Teilöffnung zu erreichen. Die Schulen sollen ab dem 4. Mai schrittweise geöffnet werden. Bei den Beruflichen Schulen stehe laut Landesregierung die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen im Vordergrund.

Dpa berichtet, dass eine Maskenpflicht für das Saarland ab dem 27. April in Planung ist.

Sachsen

Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gelte von Montag, den 20. April, an, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am 17. April nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein, es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der Regierungschef. Wenn man in so vielen Bereichen zusätzliche Kontakte von Menschen zulasse, sei eine Maskenpflicht "die richtige Antwort", so Kretschmer. Es sei ein "zumutbares Instrument" für die größeren Bewegungsmöglichkeiten, die die Menschen in Sachsen nun hätten.

Ab dem 20. April dürfen Geschäfte des Einzelhandels jeder Art bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder geöffnet werden. Unabhängig von der Fläche zulässig ist die Öffnung von Ladengeschäften von Handwerksbetrieben, Tankstellen, Autohäusern, Fahrradläden, Kfz- und Fahrradwerkstätten sowie einschlägigen Ersatzteilverkaufsstellen, selbstproduzierenden und selbstvermarktenden Baumschulen und Gartenbaubetrieben, Läden für Tierbedarf sowie von Garten- und Baumärkten.

Ab dem 20. April werden die Schulen unter anderem für die Abschlussklassen der Berufsbildenden Schulen geöffnet.

Sachsen-Anhalt

Auch Sachsen-Anhalt hat erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. Schulen öffnen schrittweise, der Einzelhandel ebenfalls. Zusätzlich zu Lebens- und Futtermittelhandel, Wochenmärkten, Lieferdiensten, Apotheken, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, und Großhandelseinrichtungen können jetzt der Kfz-Handel und darüber hinaus Ladengeschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche unter Auflagen öffnen. Das legt die 4. Corona-Eindämmungsverordnung fest, die das Kabinett am 16. April 2020 beschlossen hat. Zugleich bleiben Kontaktbeschränkungen bis einschließlich 3. Mai bestehen. Ab dem kommenden Donnerstag, 23. April, sollen nach entsprechenden Vorbereitungen Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen wieder stattfinden.

In Sachsen-Anhalt gilt ab Donnerstag, den 23. April, eine Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen.

Schleswig-Holstein

Stationäre Verkaufs- und Warenausgabestellen des Einzelhandels mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern können in Schleswig-Holstein ab dem 20. April unter Auflagen geöffnet werden. Unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche können unter entsprechenden Auflagen Kraftfahrzeughändler, Fahrradhändler und Buchhandlungen geöffnet werden. Die Verkaufsbereiche von Dienstleistern und Handwerkern dürfen laut der Landesregierung unter entsprechenden Auflagen ebenfalls öffnen. Ausnahmen vom Betretungsverbot der Schulen bei Abschlussprüfungen gelten ebenfalls ab dem 20. April. Eine Reihe von Ausnahmen regeln, wie der Schulbetrieb langsam wieder hochgefahren wird. Dies beginnt ab dem 21. April in den Schulen mit den schriftlichen Abiturprüfungen.

Eine Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen gilt in Schleswig-Holstein ab Mittwoch, den 29. April.

Thüringen

Die Thüringer Landesregierung will Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmeter ab dem 24. April wieder öffnen. Friseur- und Barbierbetriebe sollen auch hier ab dem 4. Mai wieder den Betrieb aufnehmen können. Ebenfalls ab dem 4. Mai sollen die Abschlussklassen der Berufsbildenden Schulen den Präsenzunterricht wieder besuchen dürfen.

In Jena und dem Kreis Nordhausen ist aktuell ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Ab Freitag, den 24. April, ist eine Maskenpflicht für das gesamte Bundesland verordnet. Sie gilt für den Nahverkehr und beim Einkaufen.

In Thüringen sind trotz der Corona-Pandemie schneller als geplant wieder Versammlungen und Gottesdienste möglich. Bereits ab Donnerstag (23. April) dürfen sie demnach wieder mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmern unter freiem Himmel abgehalten werden, wie die Staatskanzlei am 22. April in Erfurt mitteilte. Ursprünglich sollten die Lockerungen erst ab dem 3. Mai gelten. Mit Inhalten von dpa

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