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Musikinstrumentenpreis 2016 Musikmesse Frankfurt: Beste Instrumentenbauer ausgezeichnet

Klangfarbe, Verarbeitung und Spielbarkeit sind beim Instrumentenbau entscheidend. Die besten Handwerksbetriebe wurden nun mit dem Musikinstrumentenpreises 2016 in den Kategorien Konzertgitarre und B-Klarinette ausgezeichnet. Darunter ein Newcomer.

Von 7. Bis 10. April findet in diesem Jahr die Internationale Musikmesse in Frankfurt statt. Auf der Messe wird jährlich der Deutsche Musikinstrumentenpreis verliehen. In diesem Jahr wurden drei Instrumentenbauer in den Kategorien Konzertgitarre und B-Klarinette ausgezeichnet.

Das sind die Gewinner des Musikinstrumentenpreises 2016

Kategorie Konzertgitarre

Konzertgitarre „Simplicio-Modell“
Gitarrenbau Adrian Heinzelmann
Berlin

Kategorie „B-Klarinette“, deutsches System

B-Klarinette Konzertmodell 6550
Fa. Harald Hüyng – Meisterwerkstatt für Holzblasinstrumente
Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

B-Klarinette Nr. 250
Meisterwerkstätte für Klarinetten – Leitner & Kraus GmbH
Neustadt an der Aisch, Bayern

Newcomer baut beste Konzertgitarre

Musikinstrumentenpreis

In der Kategorie Konzertgitarre überzeugte das „Simplicio-Modell“ die Jury durch seine große Dynamik, die präzise Ansprache und eine außerordentliche Ausgeglichenheit.

Gewinner Adrian Heinzelmann schloss 2011 seine Ausbildung als Zupfinstrumentenmacher ab und erhielt im selben Jahr den Dr. Auguste-Schaedel-Dantscher-Stiftungs-Preis für besondere Leistungen. Um seine Fertigkeiten und sein Wissen zu erweitern, schrieb er sich 2011 im Studiengang Musikinstrumentenbau an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau ein. 2012 erwarb er mit seinem „Simplicio-Modell“ den 1. Preis beim Gitarrenbauwettbewerb in Luby (CZ). 2013 machte er sich selbstständig und zog 2014 in seine jetzige Werkstatt in Berlin.

Für die technische Weiterentwicklung seiner Instrumente wendet der Gitarrenbauer neben herkömmlichen Methoden auch moderne Messungen an, mit denen er den Bau jeder Gitarre dokumentiert und überprüft. Sein „Simplicio-Modell“ stellt eine Reminiszenz an die „Nr. 327“ von F. Simplicio aus dem Jahr 1931 dar.

Instrumentenbau in Familienhand

In der Kategorie B-Klarinette setzten sich gleich zwei Instrumente an die Spitze – und auch hier offenbarten sich deren Stärken im Spieltest: Das Konzertmodell 6550 der Meisterwerkstatt Harald Hüyng überzeugte die Musiker vor allem durch ihre hervorragende Ansprache, Intonation, Dynamik und Spielbarkeit.

Musikinstrumentenpreis

Die Meisterwerkstatt Harald Hüyng setzt auf Tradition und fertigt ihre Instrumente von der Bearbeitung der Hölzer bis zur Montage der Klappenteile bis heute in der eigenen Werkstatt selbst von Hand. Mit dieser Entscheidung hat sich das Familienunternehmen nicht nur von Zulieferern unabhängig gemacht, sondern hält auch das Know-how in der eigenen Hand.

Ein Auge für das Besondere

Die B-Klarinette Nr. 250 der Meisterwerkstätte für Klarinetten Leitner & Kraus fiel vor allem durch ihre besondere Klangfarbe auf, die von allen Juroren als herausstechend beurteilt wurde.

Musikinstrumentenpreis

Gegründet wurde die Meisterwerkstätte 1993 von Josef Leitner und Wolfgang Kraus, die heute seit über 40 Jahren als Klarinettenbauer tätig sind. Diesen Erfahrungsschatz verbinden die Firmenleiter mit einem besonderen Auge fürs Detail. Frische Impulse kommen dabei auch aus der nächsten Generation, die bereits selbst mit dem Meistertitel ausgestattet ist und das Familienunternehmen fortführen wird.

Über den Deutschen Musikinstrumentenpreis
Der Deutsche Musikinstrumentenpreis wird seit 1990 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) anlässlich der Internationalen Musikmesse in Frankfurt gestiftet. Der Wettbewerb prämiert in jährlich wechselnden Kategorien Produkte der Musikindustrie.
Ermittelt werden die Preisträger des in einem dreistufigen Beurteilungsverfahren am Institut für Musikinstrumentenbau im sächsischen Zwota. Die angelegten Kriterien setzen sich aus technischen Messwerten, handwerklichen Gutachten sowie Spieltests von Musikern zusammen.
Wie der Veranstalter der Musikmesse 2016 mitteilt, standen in diesem Jahr die Einreichungen beider Kategorien in Punkto objektiver Qualität nahezu gleichauf. Als Wesentlich zeigte sich der Faktor Mensch: In allen drei Fällen erwies sich das Urteil der Musiker als ausschlaggebend.

Die Preisverleihung findet am Freitag, 8. April 2016 um 17 Uhr im Kaisersaal des Frankfurter Römer statt. Ausgestellt werden die ausgezeichneten Instrumente auf der Musikmesse vom 7. bis 10. April 2016 in der Galleria 1. dhz

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