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Ein Schreiner und seine Schlittenhunde Multimediareportage: Wettrennen mit Huskys

Im Sommer ist er Schreiner und im Winter Schlittenhundeführer: Ralf Seiffert liebt seine Hunde und trainiert täglich, um sich mit den Spitzenteams zu messen. Eine Multimediareportage mit traumhaften Fotos, spannenden Videos und nützliche Infos zum Thema Schlittenhunderennen.

Lautes Bellen und Wimmern ertönt aus dem Anhänger. "Ruhig Loulu. Ruhig!" Ralf Seiffert führt die Fünfjährige rasch in den Schnee hinaus. Sie springt wild umher. Voller Vorfreude. Heute ist ihr erstes großes Rennen im Schnee. Heute darf sie ihr Team anführen und sich mit den ­internationalen Spitzenläufern ­messen.

Loulu ist Seifferts erster Husky. Sie lebt seit fünf Jahren bei dem gelernten Schreiner und seiner Familie im schwäbischen Blaubeuren. Hunde hatte er schon immer, aber die Beziehung zu seinen Huskys ist eine ganz besondere: "Die Kinder, meine Frau und ich haben sie sofort ins Herz geschlossen. Huskys sind unheimlich liebe, treue und intelligente Hunde." Schnell sei dann die Entscheidung für noch einen weiteren Husky gefallen. Mittlerweile leben acht Schlittenhunde bei ihm.

Mit den Vierbeinern im Haus ist auch die Liebe zum Schlittenhundesport gewachsen. Es ist erst Seifferts zweite Saison, aber der Handwerker tritt schon bei den großen internationalen Rennen an. So wie Ende Januar beim Internationalen Schlittenhunderennen in Unterjoch bei Bad Hindelang. "Ich möchte einfach wissen, wo wir stehen. Von den Profis, die hier am Start sind, kann ich unheimlich viel lernen." Als Musher, wie die Schlittenhundeführer in der Fachsprache genannt werden, hat er viele Fragen: Wie trainiere ich richtig? Welches Futter ist am besten geeignet? Wie bereite ich die Hunde auf ein großes Rennen vor?

Multimediareportage

Viele Infos, einzigartige Fotos und spannende Videos rund um das Thema Schlittenhunderennen haben wir in unserer Multimediareportage aufbereitet. Lernen Sie Ralf Seiffert näher kennen und erfahren Sie, an welchen Orten weltweit die bekanntesten Wettrennen stattfinden.

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44 Kilometer pro Woche

Um Antworten zu finden, probiert Seiffert viel aus und lernt jede Saison Neues dazu. Richtig trainieren kann er vor allem im Herbst und Winter. "Wenn es zweistellige Temperaturen hat, brauche ich erst gar nicht mit den Hunden rauszugehen. Dann ist es viel zu warm für sie."

Wenn es kühler wird, spannt er seine Huskys viermal pro Woche vor seinen Trainingswagen und fährt mindestens elf Kilometer über die benachbarten Wiesen. Dank der Räder kommt er auch ohne Schnee schnell voran. Seine Arbeit als Schreiner bei der Firma Gardena in Ulm kann er sich flexibel einteilen. Im Sommer arbeitet er mehr und im Winter weniger. Denn neben dem täglichen Training ist er in der Wettkampfsaison fast jedes Wochenende unterwegs.

Obwohl er gelernter Schreiner ist, baut er sich seine Schlitten nicht selbst. Im Gegensatz zu den Schlitten, mit denen Kinder über die Piste rodeln, bestehen die Rennwagen nicht aus Holz, sondern aus Aluminium. Und das ist entscheidend für den Sieg. "Die Schlitten müssen sehr leicht sein, strapazierfähig und windschnittig. Nur dann sind wir schnell unterwegs und können mit den Spitzenteams mithalten." Seifferts Renngefährt wiegt nur 24 Kilogramm. Er trainiert jedoch extra mit einen 80 Kilogramm schweren Wagen.

Auf und neben der Rennstrecke ist mittlerweile viel los. Zahlreiche Zuschauer tummeln sich auf dem Gelände und beobachten, wie die Hunde über den Schnee jagen. Die Route, auf der sonst Langlauffans aktiv sind, erstreckt sich über acht Kilometer. Die schöne Kulisse ist für die Sportler allerdings Nebensache. Denn für sie zählt nur eines: eine gute Rundenzeit. Sie starten einzeln in ihren Wettkampfklassen, vom "Skijöring" mit einem Hund, bis zu den großen Gespannen mit bis zu zwölf Hunden.

Impressionen vom Internationalen Schlittenhunderennen in Unterjoch

Tag und Nacht bei den Hunden

Seiffert geht heute mit vier Hunden an den Start. Der 37-Jährige hat seinen Transporter quer zur Wettkampfstrecke geparkt. Dahinter springen Loulu und ihre Freunde aufgeregt umher. Noch eine Stunde, dann können die Tiere endlich losspurten. Seiffert muss sie anleinen, damit sie sich etwas beruhigen. Dann holt er einen weißen Eimer aus dem Anhänger und füllt Wasser mit Thunfisch und Öl in die Fressnäpfe. Seifferts Geheimrezept, damit die Tiere all ihre Kräfte mobilisieren können. Es scheint eine gute Mischung zu sein. Die Hunde stürzen sich gierig über die Schüsseln.

Der Schreiner ist Tag und Nacht bei den Huskys. "Die Hunde alleine im Wagen lassen und in einem Hotel übernachten, kommt für mich nicht in Frage", sagt der Hundebesitzer. Sein Auto hat er daher extra für sein Hobby umgebaut. In wenigen Minuten kann er zwei Betten ausklappen und ein Waschbecken hat er auch im Innern des Wagens montiert. So kann er im Sommer trotzdem Platten und Gerätschaften für seine Arbeit transportieren. Für die Hunde hat er einen Anhänger dabei.

Für Loulu und ihr Team geht es nun zum Start. Sie können es kaum erwarten und ziehen ihren Musher voller Vorfreude zur Rennbahn. Bei leichtem Schneefall macht sich Seiffert mit der Startnummer 26 auf die Tour. Nach 32 Minuten sind sie am Ziel. Das Team ist erschöpft, aber glücklich: "Die Zeit könnte besser sein. Aber wir sind heil angekommen. Das ist das Wichtigste."

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